Berufspolitik

Offener Brief nach KBV-Sonder-VV schürt weiter Ärger

Die Wut über die jüngste Sonder-Vertreterversammlung der KBV ist noch nicht abgeklungen. In einem offenen Brief beklagt Dr. Wolfgang Eckert, KV-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, das Verhalten des VV-Vorsitzenden.

Veröffentlicht: 23.05.2011, 15:00 Uhr

SCHWERIN (di). Die Auseinandersetzung in der KBV nehmen an Schärfe zu. Der KV-Chef von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Wolfgang Eckert, wirft dem Vorsitzenden der Vertreterversammlung, Hans-Joachim Weidhaas, Versagen vor.

Eckert kündigte in einem offenen Brief an Weidhaas an, auf eine Abschaffung des Körperschaftsstatus der KBV hin zu arbeiten. Die KBV sollte nach seiner Ansicht analog zur Bundesärztekammer als Arbeitsgemeinschaft organisiert werden. "Das Chaos, das diese in den letzten Jahren in der kassenärztlichen Versorgung vor Ort angerichtet hat, zwingt uns zu dieser Maßnahme."

Weidhaas wirft er vor, als "verlängerter Arm des KBV-Vorstands" zu agieren. Der KBV unterstellt Eckert Regelungswut und Entmachtung der regionalen Strukturen. In dem Brief geht Eckert auf die umstrittenen Vorkommnisse der Versammlung ein.

Als Beispiel führt Eckert einen von ihm zuvor eingebrachten Antrag an, der von der Vertreterversammlung angenommen worden war. Trotz Zusage sei der Antrag aber nicht in die Vorstandsvorlage zum Versorgungsgesetz eingearbeitet worden. "Stattdessen hat der Vorstand mitgeteilt, dass er in Missachtung dieses Mehrheitsbeschlusses der KBV-VV einen anderen Antrag erarbeiten wolle. Das haben Sie rechtswidrig geduldet", schrieb Eckert an Weidhaas.

Anderes Beispiel: Eckerts Vorschlag, sich für eine eigene kassenpsychotherapeutische Vereinigung einzusetzen, sei vor der Abstimmung von einem Stellvertreter von Weidhaas kommentiert worden. Diese Kommentierung habe ihm nicht zugestanden, eine objektive Diskussion sei damit nicht mehr möglich gewesen.

An anderer Stelle habe Weidhaas eine Diskussion zur Konvergenz unterbunden. "Wenn eine Mehrheit der Vertreterversammlung es nicht erträgt, gegenteilige Positionen zu diskutieren und so auch den Sachstand der Kollegen zu vermitteln, die nicht an dem Treffen von Herrn Köhler mit seinen Gefolgsleuten teilgenommen haben, ist diese Vertreterversammlung überflüssig", schrieb Eckert.

Die KV im Nordosten zählt zusammen mit den KVen aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern zurFreie Allianz der Länder-KVen (FALK), die die jüngste Sonder-VV unter Protest verlassen hatte.

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