Eigenvorsorge vs. Solidargemeinschaft

PKV-Verbandsdirektor: Eigenbeteiligung auch für GKV vorstellbar

Könnten Modelle mit Selbstbehalt nicht nur in der PKV, sondern auch in der GKV funktionieren? PKV-Verbandschef Reuther hält das gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und finanzielle Herausforderungen für vorstellbar.

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Könnten Selbstbehalte und andere in der PKV bekannte Modelle auch für Gesetzlich Krankenversicherte eine Option werden? PKV-Verbandschef Reuther hält das für denkbar.

Könnten Selbstbehalte und andere in der PKV bekannte Modelle auch für gesetzlich Krankenversicherte eine Option werden? PKV-Verbandschef Reuther hält das für denkbar.

© Monika Skolimowska / dpa

Berlin. Selbstbehalte, Beitragsrückerstattungen oder ähnliche Modelle sind aus Sicht des PKV-Verbands auch für die GKV vorstellbar, um auf den demografischen Wandel und finanzielle Herausforderungen zu reagieren. „In der Privaten Krankenversicherung gibt es Tarife, bei deren Beitragsgestaltung berücksichtigt wird, ob sich jemand gesund verhält und Eigenvorsorge betreibt. Für die GKV wäre das ebenfalls ein Modell“, sagte PKV-Verbandschef Dr. Florian Reuther der Ärzte Zeitung.

Die Gesetzliche Krankenversicherung sei ein Solidarsystem. „Und es ist nicht einzusehen, warum diese Solidargemeinschaft jedes gesundheitsschädliche Verhalten mittragen soll“, so Reuther weiter. Angesichts der finanziellen Lage der Krankenkassen sei zu diskutieren, in welchem Verhältnis die Eigenvorsorge des Versicherten zu dem steht, was der Solidargemeinschaft aufgebürdet werden könne.

Beide Systeme, also private und gesetzliche Krankenversicherung zusammenzufassen oder Querverbindungen zwischen ihnen zu schaffen, sei „großer Unfug“, erklärt Reuther. Dies sei die falsche Antwort auf die demografische Herausforderung. „Die Private Kranken- und Pflegeversicherung ist das einzige System, das auf den demografischen Wandel vorbereitet ist“, so der Verbandschef. Reuther reagiert damit auf die immer wieder aufflammende Diskussion um die Einführung einer Bürgerversicherung.

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Der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen hatte unlängst gefordert, dass Kassenpatienten sich mit bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung im Jahr an ihren Behandlungskosten beteiligen sollten. Versicherte sollten aus seiner Sicht Kosten durch Verletzungen nach selbst gewählten Risiken komplett selbst übernehmen. (eb)

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