Unzufrieden

Pathologen denken an Ausstieg aus KV-System

Die Pathologen schlagen Alarm: Die Bedarfsplanung wirke sich negativ auf die Patientenversorgung aus - und führe dazu, dass das Querschnittsfach zerlegt werde. Ihre Lösung: Raus aus der Bedarfsplanung - zumindest kurzzeitig.

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Professor Werner Schlake ist Chef des Bundesverbands Deutscher Pathologen.

Professor Werner Schlake ist Chef des Bundesverbands Deutscher Pathologen.

© Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

BERLIN. Der Bundesverband Deutscher Pathologen will die Bedarfsplanung für die hochspezialisierte Arztgruppe auf den Prüfstand stellen lassen. Dafür soll, so die Forderung, die Fachgruppe für einen beschränkten Zeitraum aus der Bedarfsplanung herausgenommen werden.

In einem ersten Schritt des Modellprojekts sollen die bislang nicht bedachten negativen Auswirkungen der Bedarfsplanung von externen Sachverständigen unter die Lupe genommen werden. Beim Verband kann man sich vorstellen, dieses Projekt aus Mitteln des geplanten Innovationsfonds finanzieren zu lassen.

Eine wesentliche Fragestellung der Untersuchung solle sein, ob in der Pathologie mit ihrer unauffälligen Entwicklung bei Neuniederlassungen und bei den Mengen durch die Bedarfsplanung nicht eher Mehrkosten als Einsparungen anfielen.

Ende dieses Jahres steht ohnehin eine bereits gesetzlich festgeschriebene Überprüfung der Effekte der 2013 eingeführten Bedarfsplanung auch kleinerer, hochspezialisierter Fachgruppen wie beispielsweise auch der Laborärzte und der Radiologen an.

Tunnelblick der KBV beklagt

Der Pathologenverband erwägt offensichtlich darüber hinaus einen zumindest zeitweisen Ausstieg aus dem System der Kassenärztlichen Vereinigung.

"Der sektorengebundene Tunnelblick des Subsystems KBV verhindert die ganzheitliche, sektorenübergreifende Sichtweise auf die Patientenversorgung", sagte Verbandschef Professor Werner Schlake am Dienstag in Berlin.

Die von der KBV im Gemeinsamen Bundesausschuss durchgedrückten Niederlassungsbeschränkungen für Pathologen beruhten zudem auf falschen Zahlen und einer für die Pathologen ungünstigen Stichtagsregelung.

Die Bedarfsplanung lasse zudem eine rein ambulante Pathologie entstehen, die es bislang nicht gegeben habe, sagte Schlake. "Wir erleben die Rückentwicklung eines Querschnittfachs", sagte Schlake.

Damit würden neue Schnittstellenprobleme geschaffen. Die Beplanung wirke sich negativ auf die Versorgung aus.

Die Ärzte, die nur noch stationär tätig seien, würden durch die Pflicht, an Tumorkonferenzen teilzunehmen, über Gebühr belastet. In Deutschland gibt es derzeit gut 700 niedergelassene Pathologen und rund 600 Pathologen im Krankenhaus.

Wo bis Ende 2012 pathologische Institute immer sektorenübergreifend gearbeitet hätten, müsse nun nach Sektoren unterschieden werden. Die ambulante Sektion drohe dabei an Expertise zu verlieren, weil sie weniger der komplizierteren Fälle aus dem stationären Sektor befunden könnten.

Die Bedarfsplanung sei kein starres Gerüst, konterte die KBV am Dienstag. In den Ländern könne jederzeit davon abgewichen werden, sagte KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl der "Ärzte Zeitung". (af)

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