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Praxisnetz Lauenburg steht in den Startlöchern

Im Südosten Schleswig-Holsteins bewirbt sich das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg um einen Vertrag zur integrierten Vollversorgung. Doch die Kassen zieren sich und spielen auf Zeit.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Bei einem Vollversorgungsvertrag erhalten niedergelassene Ärzte und Kliniken ein Budget für die Versorgung der Menschen in der ganzen Region.

Bei einem Vollversorgungsvertrag erhalten niedergelassene Ärzte und Kliniken ein Budget für die Versorgung der Menschen in der ganzen Region.

© Klaro

RATZEBURG. Das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg im Südosten des Landes Schleswig-Holstein steht in den Startlöchern. "Wir haben jede Menge Vorleistungen erbracht, jetzt sind wir so weit."

Hausärztin Dr. Monika Schliffke aus dem Vorstand des Praxisnetzes Lauenburg sieht die Kostenträger am Zug, um mit der integrierte Vollversorgung in Lauenburg beginnen zu können.

Unterschriftsreifer Vertrag - Kassen wollen noch abwarten

Trotz langer Vorarbeit in Kooperation mit einer Managementgesellschaft ist ein Vertrag bislang noch nicht unterschrieben - die Kassen im Norden setzen trotz eines unterschriftsreifen Vertrages und einer grundsätzlichen Aufgeschlossenheit für das Thema noch auf Abwarten.

Vorbild der Lauenburger sind populationsbezogene Vollversorgungsverträge wie im Gesunden Kinzigtal oder die integrierte Arbeit des Nürnberger Gesundheitsnetzes. Schliffke sagte dazu bei einer Netzpräsentation in Ratzeburg: "Diesen Weg wollen wir gehen."

Im Netz stehen 105 Haus- und 170 Fachärzte sowie zwei Krankenhäuser bereit, um in Kooperation mit anderen Gesundheitsberufen rund 190.000 Menschen zwischen Hamburg und Lübeck nach einem integrierten Modell zu versorgen.

Lauenburger haben bewiesen, dass sie Voraussetzungen erfüllen

Die in Ratzeburg vorgestellten Erfahrungen aus Nürnberg zeigen, dass der Erfolg eines solchen Netzes unter anderem von einem hohen Verbindlichkeitsgrad, klaren Verfahrens- und Arbeitsanweisungen, regelmäßigen Treffen, einer engen Einbeziehung von Praxismitarbeitern, einem zeitnahen Controlling und hohem Vertrauen abhängt.

Die Lauenburger haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie solche Voraussetzungen erfüllen.

Zum einen durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kliniken - Chefarzt Dr. Andreas Schmid aus dem DRK Krankenhaus Mölln/Ratzeburg ist sogar Vorstandsmitglied des Netzes -, zum anderen durch einen erfolgreichen IV-Vertrag zur Versorgung des diabetischen Fußes mit der AOK Nordwest.

Unterstützung bekamen die Lauenburger von Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP), der ihnen aufgrund der bisherigen Leistungen "exquisite Perspektiven" bescheinigte.

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