Frühjahrstagung
Primärversorgungssystem: Hausärzteverband sieht sich mit HÄPPI gut gerüstet
Bestehende HZV-Strukturen sollten konsequent genutzt und ausgebaut werden, fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband, statt ihr Wachstum durch regulatorische oder finanzielle Hürden zu bremsen.
Veröffentlicht:
Die Bundesvorsitzenden Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Blumenthal-Beier bei der Frühjahrstagung des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes in Magdeburg.
© HÄV / Foto-Atelier Urban
Magdeburg. Auf seiner Frühjahrstagung in Magdeburg hat sich der Hausärztinnen- und Hausärzteverband am Wochenende klar zum Primärversorgungssystem (PVS) positioniert. Die zentrale Botschaft: Vieles, was aktuell gesundheitspolitisch gefordert wird, kann die hausarztzentrierte Versorgung (HZV) bereits.
Die Bundesvorsitzende Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth betonte, dass bestehende HZV-Strukturen konsequent genutzt und ausgebaut werden sollten, anstatt ihr Wachstum durch regulatorische oder finanzielle Hürden zu bremsen. Für Hausarztpraxen bedeutet das konkret: Modelle, die bereits funktionieren, sollen künftig stärker unterstützt und einfacher zugänglich werden.
Hinweis auf HÄPPI
Ein Beispiel aus der Versorgungspraxis ist HÄPPI („Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell“). Dieses gemeinsam mit der Universität Heidelberg entwickelte Konzept setzt gezielt auf Teamarbeit in der Praxis. Mehr als 50 Praxen in Baden-Württemberg arbeiten bereits damit, Pilotprojekte laufen zudem in Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Was heißt das für den Praxisalltag? Aufgaben werden stärker im Team verteilt: Speziell geschulte medizinische Fachangestellte oder Primary Care Manager (PCM) übernehmen definierte medizinische und organisatorische Tätigkeiten. So gewinnen Ärztinnen und Ärzte gewinnen Zeit für Diagnostik, Therapie und komplexe Fälle. Patienten profitieren von besserer Erreichbarkeit und kürzeren Wartezeiten. Praxisabläufe werden durch strukturierte Prozesse und digitale Unterstützung effizienter.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Entscheidend für eine zukunftsfähige Versorgung sind funktionierende Teamstrukturen und eine sinnvolle Nutzung digitaler Lösungen. Beides lässt sich schrittweise in bestehende Praxisabläufe integrieren.
Freiwilliges Primärversorgungssystem als Teil der Reform
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband, die HZV als freiwilliges Primärversorgungssystem fest in der geplanten Gesundheitsreform zu verankern. Aus Sicht der Verbandsführung sollte eine nachweislich effiziente Versorgungsform nicht eingeschränkt, sondern gezielt gefördert werden.
Für Hausarztpraxen ergibt sich daraus eine klare Perspektive: Wer frühzeitig auf strukturierte Teamarbeit, Delegation und digitale Prozesse setzt, kann die eigene Praxis nicht nur entlasten, sondern auch zukunftssicher aufstellen. (zie)





