Berufspolitik

"Psychenet" soll Hausärzte entlasten

Krankenschwestern unterstützen als Fallmanager die Hausärzte in Hamburg bei der Versorgung psychisch kranker Menschen. Das soll Wartezeiten verkürzen.

Von Dirk Schnack Veröffentlicht: 29.09.2011, 05:00 Uhr
"Psychenet" soll Hausärzte entlasten

Für psychisch kranke Menschen ist das Selbstmanagement eine Herausforderung. Eine Krankenschwester soll hier helfen.

© Alexander Raths/fotolia.com

HAMBURG. Hamburg sagt psychischen Erkrankungen den Kampf an. Eine Aufklärungskampagne und mehrere Teilprojekte sind bereits gestartet.

Frühere Diagnosen, passgenaue Versorgung, mehr Sensibilität in der Öffentlichkeit: Dies sind nur drei von vielen Zielen, die Hamburg mit seinem "psychenet" erreichen will. An diesem Projektverbund zur psychischen Gesundheit beteiligen sich mehr als 60 Partnerorganisationen, die nun mit einer Aufklärungskampagne an die Öffentlichkeit gingen.

Bewusstsein schaffen, dass es jeden treffen kann

Ziel ist es, die Bevölkerung über psychische Erkrankungen zu informieren und ein Bewusstsein zu schaffen, dass diese Leiden jeden treffen können - sich aber auch gut behandeln lassen.

Eine Medienkampagne soll zunächst dazu beitragen, die Früherkennung zu verbessern. Dazu wurden Plakate entworfen, andere Materialien über eine Website zur Verfügung gestellt und Betroffene für Interviews an Medien vermittelt.

Mehrere Teilprojekte neben der Aufklärung haben die Versorgung im Blick. Eines dieser Projekte geht von der Annahme aus, dass Hausärzten oft die Zeit im Praxisalltag fehlt, die kommunikationsintensive Versorgung und Begleitung von Patienten mit psychischen Erkrankungen zu bewältigen.

Hausarzt entlasten

Deshalb wird erprobt, ob und wie eine fortgebildete Krankenschwester den Hausarzt entlasten und die Versorgung verbessern kann. Die Krankenschwester übernimmt Case-Management-Aufgaben und versucht, die Selbstmanagementfähigkeiten des Patienten zu stärken.

Unterstützt wird das Projekt auch von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, die zur Vorstellung der Aufklärungskampagne ein besseres Fallmanagement nach der Diagnose psychischer Erkrankungen anmahnte.

Nach ihrer Beobachtung verstärkt sich die Behandlungsbedürftigkeit vieler Patienten durch zu lange Wartezeiten. Zugleich warnte sie aber davor, künftig bei jeder Abweichung von der Norm von einer psychischen Erkrankung auszugehen.

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