Niedersachsen

Rückwirkend mehr Geld für Krankenpflege

Dank Einigung im Schiedsverfahren: Die angedrohte Schließung von ambulanten Pflegediensten in Niedersachsen ist vom Tisch.

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HANNOVER. Krankenkassen in Niedersachsen und ambulante Pflegedienste der sogenannten ACDK-Gruppe (AWO, Caritas, Diakonisches Werk und kommunale Sozialstationen) haben sich in einem Schiedsverfahren 2018 zur Häuslichen Krankenpflege geeinigt – auf eine rückwirkende Erhöhung der Leistungsvergütungen um 2,97 Prozent ab 1. Januar 2018 und weitere 2,56 Prozent ab 1. Januar 2019. Damit ist die angedrohte Schließung ambulanter Pflegedienste vom Tisch.

Zudem steigen die Wegepauschalen, und zwar rückwirkend zu den Stichtagen um 18 Prozent sowie um weitere fünf Prozent, teilt der Verband der Gesetzlichen Krankenkassen (vdek) in Niedersachsen am Dienstag mit.

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) begrüßte die Einigung: „Die angedrohte Schließung von ambulanten Pflegediensten ist damit abgewendet, ich freue mich für die Pflegebedürftigen und die engagierten Pflegekräfte gleichermaßen.“ Die Ministerin lobte das Bekenntnis der Pflegekassen zu dem wichtigen Grundsatz, die Tarifbindung von Pflegeanbietern anzuerkennen und Tariflöhne voll zu refinanzieren.

Die vereinbarte Erhöhung der Leistungsvergütungen reiche den Pflegediensten zwar noch nicht aus, doch die Steigerungen sorgten zumindest für eine deutliche Verbesserung der augenblicklichen Situation. „Ambulante Pflegedienste, die Menschen auf dem Land versorgen, bekommen ihren großen Aufwand nun besser vergütet, das ist zumindest als Schritt in die richtige Richtung zu werten.“

Sie müssten ihre Leistungen unbedingt wirtschaftlich erbringen können, damit es nicht zu Schließungen kommt. Ein Sparkurs auf dem Rücken der Pflegekräfte sei inakzeptabel, so Reimann. Das Ergebnis betrifft die rund 200 Pflegedienste der ACDK-Gruppe im Land. (cben)

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