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Strukturschwache Regionen

Schnelle Hilfe für Neuro-Patienten

Ein telemedizinisches Projekt will die Akutversorgung von Patienten mit Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirnhautentzündungen im Norden verbessern.

Veröffentlicht:

BERLIN / GREIFSWALD. Neurologische Notfall-Patienten in strukturschwachen Regionen Nordostdeutschlands sollen künftig schneller die notwendige hochspezialisierte Versorgung erhalten. Ermöglichen will das ein telemedizinisches Netzwerk im Rahmen des Projektes Annotem unter Federführung der Charité Berlin.

Vorgesehen ist ein Rund-um-die-Uhr-Telekonsildienst mit Facharztstandard für die Akutversorgung von Patienten mit Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirnhautentzündungen. Bei diesen Notfällen kann eine umgehende Versorgung bleibende Folgen verhindern. In den ländlichen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns ist das jedoch oft nicht möglich, weil die nächste spezialisierte Klinik zu weit entfernt ist.

Nächste Klinik zu weit entfernt

Abhilfe schaffen will das Projekt Annotem nun mit einem 24-Stunden-Telekonsil. Dafür werden spezialisierte Neuro-Akuteinheiten an den drei Konsilkliniken Uniklinik Greifswald, Uniklinik Charité Berlin und Unfallkrankenhaus Berlin eingerichtet. Zusätzlich wird das Personal in den mitwirkenden regionalen Kliniken geschult.

Als regionale Partner nehmen bisher Krankenhäuser aus Bergen/Rügen, Kyritz, Luckenwalde, Ludwigsfelde, Nauen, Pasewalk, Schwedt, Strausberg, Templin, Teterow und Ueckermünde teil.

"Akute neurologische Symptome wie Lähmungen, Sprach- und Bewusstseinsstörungen lassen sich audiovisuell gut beurteilen", sagt Projektleiter Professor Heinrich Audebert von der Charité Berlin. Auch CT- oder MRT-Daten und Labordaten können sehr gut digital an die Experten übermittelt werden. "So lässt sich für die Patienten eine wohnortnahe Versorgung bei gleichzeitiger Anbindung an hochspezialisierte Einrichtungen gewährleisten", so Audebert weiter.

Geplant ist, dass im Projektrahmen künftig auch Daten aus EEG und Liquordiagnostik telemedizinisch übermittelt werden. "Der Erfolg des telemedizinischen Konzepts wurde bereits in der Schlaganfallversorgung nachgewiesen. Annotem ist nun die konsequente Erweiterung dieser Versorgungsform auf andere neurologische Notfallerkrankungen", sagt Audebert.

Förderung aus Innovationsfonds

Bestandteil von Annotem ist aber auch die Verbesserung der Anfallsprophylaxe bei Epilepsiepatienten durch eine bessere medizinische Beratung und medikamentöse Einstellung der Patienten.

Zu diesem Zweck wirkt das Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg an dem Projekt mit, das mit sieben Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert wird. Ein Konsortium aus AOK Nordost, Barmer, Techniker Krankenkasse und der Telemedizinfirma MEYTEC Medizinsysteme GmbH unterstützt das Projekt. (ami)

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