Berufspolitik

Simulator soll auf Einsatz im Helikopter vorbereiten

HANNOVER (cben). Flugrettung im Heli-Modell - in Hannover entsteht das bundesweit einmalige Projekt eines Simulators für den Rettungseinsatz per Hubschrauber. Sein Name: "Christoph Life".

Veröffentlicht: 28.05.2009, 05:00 Uhr
Simulator soll auf Einsatz im Helikopter vorbereiten

Arbeitsplatz im Helikopter: Mit dem Simulator soll jeder Handgriff trainiert werden.

© Foto: Joh. Unfallhilfe

Bis zu 500 Notärzte, Piloten und Rettungssanitäter aus ganz Deutschland sollen jährlich auf "Christoph Life" unter realitätsgetreuen Bedingungen für ihren Rettungseinsatz trainieren. "Mit dem Projekt soll ein praxisnaher Ausbildungsplatz für Besatzungen von Rettungshubschraubern geschaffen werden: ein komplexes Simulationssystem, um Ärzte, Rettungsassistenten und Piloten optimal auf den Ernstfall vorzubereiten", teilen die Initiatoren mit.

Aus der Taufe gehoben haben das Projekt die Johanniter Unfallhilfe Niedersachsen/Bremen und die Traumastiftung an der Medizinischen Hochschule Hannover. Das in der Grundausstattung fast eine halbe Million Euro teure Gerät simuliert alles, was den Rettungseinsatz per Hubschrauber so schwierig macht: Vibrationen, Turbinenlärm, verwirrenden Funkbetrieb, Zeitdruck.

In standardisierten Einsatzsimulationen werden im "Christoph Life" reproduzierbare und beobachtbare "Laborbedingungen" hergestellt. So können gezielt kritische Situationen geübt und für eine Datenbank ausgewertet werden. Fachlich-notfallmedizinische Leistungen der Crews unter Stress und funktionierende Kommunikation bei ohrenbetäubendem Lärm - all das soll nicht nur trainiert, sondern auch evaluiert werden, heißt es bei der Traumastiftung.

Dazu gehört es auch, die Stresssituation der Retter aus der Luft unter die Lupe zu nehmen. Ihre spezifischen Stressoren sollen anhand von Herzfrequenz und der Ausschüttung typischer Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol erhoben werden. Das Simulatorteam will mit Hilfe der gewonnenen Daten den Stress von Piloten, Rettern und Ärzten beim Einsatz vermindern. Das Projekt lebt von Spenden. Bis zur Verwirklichung von "Christoph Life" fehlten noch 100 000 Euro.

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