Interview

Spahn widerspricht Sachverständigen

Harsch war die Kritik des Sachverständigenrats: Mauern in den Köpfen der Ärzte und zu wenig Wettbewerb. Für Jens Spahn liegt der Ball jetzt bei den Krankenkassen. Der CDU-Politiker widerspricht den Gesundheitsweisen aber in einem Punkt.

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Spahn: "Die Kassen nutzen iihre Freiheiten in fahrlässiger Weise zu wenig."

Spahn: "Die Kassen nutzen iihre Freiheiten in fahrlässiger Weise zu wenig."

© Wolf P. Prange / imago

Ärzte Zeitung: Der Sachverständigenrat fordert mehr Qualitätswettbewerb im Gesundheitswesen. An welchen Schrauben muss die Koalition noch einmal drehen?

Spahn: Wir haben schon immer mehr Vertragswettbewerb möglich gemacht, das zieht sich wie ein roter Faden durch die Gesundheitspolitik der letzten Jahre.

Denken Sie nur an die Integrierte Versorgung, 73b und 73c-Verträge, die Verträge zur Palliativversorgung oder die DMPs. Und diesen Weg werden wir evolutionär im Sinne einer besseren Qualität weitergehen, etwa bei der Versorgung in Pflegeheimen.

Ärzte Zeitung: Der Rat prognostiziert für 2013 Zusatzbeiträge in "relevanter Höhe". Reichen die als Wettbewerbselemente für die Kassen?

Spahn: Erstens rechne ich angesichts der Finanzlage der Kassen nicht mit solchen Zusatzbeiträgen. Und zweitens wollen wir den Wettbewerb der Kassen um Preis und Qualität.

Ich bin sicher, dass sich neue Versicherte nicht nur vom billigen Jakob, sondern auch mit einem überzeugenden Versorgungsangebot locken lassen.

Ärzte Zeitung: Müssen die Kassen bei der Integrierten Versorgung und bei den Hausarztverträgen wieder von der Leine gelassen werden?

Spahn: Was für eine Leine? Die Kassen haben doch große Freiheiten, wenn es um Art und Inhalt der Verträge geht. Sie nutzen diese Möglichkeiten leider nur viel zu wenig, ja geradezu fahrlässig wenig.

Die Fragen stellten Sunna Gieseke und Anno Fricke

Lesen Sie dazu auch: Praxis und Klinik: Schwieriges Puzzle Der Standpunkt: Auf die Ärzte kommt etwas zu

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