Bayern

Strategiesuche gegen Ärztemangel

Die KV Bayerns sucht Strategien gegen den Ärztemangel. KV-Chef Wolfgang Krombholz scheint bereits eine gefunden zu haben: Er setzt auf eine Begrenzung von Wochenenddiensten.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht: 17.12.2012, 11:33 Uhr

MÜNCHEN. Die hohe Dienstbelastung als niedergelassener Arzt und die Angst vor Arzneimittelregressen sind nach Ansicht von Dr. Wolfgang Krombholz, Vorsitzender der KV Bayerns (KVB), zwei gewichtige abschreckende Gründe, weshalb immer weniger junge Ärzte und Ärztinnen bereit sind, eine Praxis zu übernehmen.

Beide "Nachwuchsverhinderungs-Faktoren" habe er deshalb im abgelaufenen Jahr in den Fokus seiner Tätigkeit gestellt, erklärte Krombholz vor der Presse in München.

Durch die Änderung der Bereitschaftsdienstordnung werde in Bayern die Zahl der Wochenenddienste künftig auf maximal sechs pro Jahr begrenzt und damit auch die Attraktivität einer Niederlassung in eigener Praxis erhöht.

In Regionen, in denen zu wenig Ärzte am Bereitschaftsdienst teilnehmen, würden Dienstbereiche zusammengelegt, so dass sich die Wege für Patienten und für Ärzte, die Hausbesuche machen, verlängern.

Zugleich forderte Krombholz die Wirtschaftlichkeitsprüfung entweder ganz aus dem Gesetz zu streichen oder die Bestimmungen zumindest so zu verändern, "dass sinnvolle Kriterien zur Überprüfung einer wirtschaftlichen Verordnungsweise herangezogen werden".

Eine aktuelle Untersuchung von Experten der KVB habe nämlich gezeigt, dass die Wirtschaftlichkeitsprüfung oftmals die falschen Ärzte treffe.

Das größte Risiko in eine Wirtschaftlichkeitsprüfung zu geraten treffe die Ärzte, die die volle ambulante Versorgung ihrer Patienten übernehmen, erklärte Krombholz.

Das seien meist Hausärzte im ländlichen Raum, die ihre Patienten nicht ohne Weiteres zum nächsten Facharzt überweisen können. Das könne aber nicht der Sinn der gesetzlichen Bestimmungen sein, so Krombholz.

"Die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist ungerecht und damit ein Angstauslöser für die niedergelassenen Ärzte", erklärte der KVB-Vorsitzende.

Allein die Drohung mit einer horrenden Regresssumme könne Existenzsorgen verursachen. Und der Verdacht der Unwirtschaftlichkeit ziehe stundenlanges, mühevolles Sammeln von entlastenden Beweisen nach sich.

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