Arzneimittelpolitik

Streit um Kosten-Nutzen-Bewertung hält an

BERLIN (hom). Vertreter der Pharmaindustrie haben die ihrer Meinung nach nur schleppend in Gang kommende KostenNutzen-Bewertung im Gesundheitswesen beklagt.

Veröffentlicht: 25.06.2009, 14:22 Uhr

Schuld daran sei das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln, das mit der Kosten-Nutzen-Analyse beauftragt ist. Das IQWiG habe seit Gründung im Juni 2004 "noch nicht eine einzige Kosten-Nutzen-Bewertung abgeschlossen", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VFA) bei der Vorstellung einer neuen Studie über Zukunftsperspektiven von 35 Wirtschaftszweigen. Die Pharmaindustrie rangiert danach auf Platz zwei. Spitzenreiter ist die Medizintechnikbranche.

Die Arzneimittelhersteller akzeptierten sowohl die Kosten-Nutzen-Bewertung als auch die darauf aufbauende Festsetzung von Ersatzhöchstbeträgen durch die Kassen, sagte Yzer. Die Bewertungen müssten allerdings "wissenschaftlich korrekt" erfolgen. Das IQWiG beschreite trotz immer neuer Methodenpapiere einen Sonderweg.

Das IQWiG wies die Vorwürfe zurück. Dass bislang keine Kosten-Nutzen-Bewertung erfolgt sei, liege daran, "dass wir zur Bewertung von Kosten-Nutzen-Verhältnissen keinen Auftrag vom Gemeinsamen Bundesausschuss erhalten haben", sagte eine Sprecherin der "Ärzte Zeitung". Sein finales Methodenpapier wolle das Institut im Herbst publizieren. Bislang sei aber noch jeder IQWiG-Vorschlag von der Industrie in der Luft zerrissen worden.

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