Strukturwandel mit positivem Effekt
Studie: Krankenhausübernahmen senken Sterblichkeit nach Herzinfarkten
Krankenhausübernahmen schaffen Spielräume für Verbesserungen der Versorgung. Das haben Hamburger und Berliner Gesundheitsökonomen untersucht. Vor allem die Herzinfarktversorgung profitiert.
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Ein modernes Herzkatheterlabor schafft eine verbesserte Versorgung. Investiert wird nicht selten erst nach der Übernahme eines Krankenhauses.
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Berlin. Der Strukturwandel in der Krankenhauslandschaft schafft durchaus positive Effekte auf die Behandlungsqualität. Darauf verweisen Wissenschaftler von Universitäten in Hamburg und Berlin. Eine Untersuchung von Krankenhausübernahmen und -fusionen habe gezeigt, dass sich in der Folge die 30-Tage-Sterblichkeit nach akutem Herzinfarkt um 1,24 Prozentpunkte verbessert habe.
Das bedeute bei einer Ausgangssterblichkeit von 12,82 eine Verringerung um knapp ein Zehntel, berichtet das Forschungsteam in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet. Sorgen in der Öffentlichkeit, dass mit Übernahmen Sparmaßnahmen und schlechtere Versorgung einhergingen, ließen sich hingegen nicht bestätigen.
Im Gegenteil: Krankenhausfusionen konnten die Überlebenschancen nach Herzinfarkten sogar spürbar verbessern. Hintergrund dieser Entwicklung sei, dass nach Fusionen und Übernahmen der finanzstärkere Krankenhausträger Investitionen anstoße, zum Beispiel für ein Herzkatheterlabor beim neuen Partner. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werteten für die Studie öffentlich zugängliche strukturierte Qualitätsberichte und Krankenhausverzeichnisse aus.
Das politisch regulierte Fallpauschalensystem in Deutschland verhindere, dass ein neuer Träger höhere Preise ansetzen könne, heißt es in der Untersuchung.
Übernahmen schaffen Investitionsmöglichkeiten
Die Verbesserung der Versorgungsqualität resultiere vielmehr daraus, dass unterkapitalisierte Häuser nach einer Übernahme Zugang zu Kapital für Verbesserungen der Behandlungsinfrastruktur erhielten.
Die bundesweite Studie von Dr. Esra Eren Bayindir, Professor Jonas Schreyögg vom Hamburg Center for Health Economics sowie Dr. Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin hat auch die Schlaganfallversorgung unter diesem Gesichtspunkt in den Blick genommen. Hier zeigten sich allerdings keine spürbaren Veränderungen der Überlebenschancen.
„Herzinfarktversorgung hängt stark von einzelner, gut standardisierter Infrastruktur ab. Ein Herzkatheterlabor wirkt vergleichsweise schnell. Schlaganfallversorgung braucht dagegen eingespielte, interdisziplinäre Teams und Prozesse“, sagt Professor Jonas Schreyögg vom Hamburg Center for Health Economics. Diese ließen sich nicht von heute auf morgen aufbauen.
Für komplexere, koordinationsabhängige Versorgungspfade wie in der Schlaganfallbehandlung bedürfe es gezielter Integrationsstrategien, die über reine Kapitalinvestitionen hinausgingen. (af)







