Südwest-AOK startet mit Ärzten Kampagne für Koloskopie

Die Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung sinkt. Haus- und Fachärzte wollen mit der AOK Baden- Württemberg den Trend umkehren.

Veröffentlicht:
Im Südwesten sollen mehr Menschen animiert werden, zur Vorsorgekoloskopie zu gehen.

Im Südwesten sollen mehr Menschen animiert werden, zur Vorsorgekoloskopie zu gehen.

© Magerstaedt / Felix Burda Stiftung

STUTTGART (HL). Mit einem Einladungssystem für über 55-jährige Versicherte, intensivierter Betreuung durch Hausärzte und rascher Terminvergabe durch Gastroenterologen wollen die AOK Baden-Württemberg, der Hausärzteverband, MEDI und die relevanten Facharztverbände die Teilnehmerquote an der Darmkrebsfrüherkennung signifikant steigern. Dazu ist am Mittwoch die Kampagne "Darm-Check 2011 fällig" in Stuttgart gestartet worden.

Der Hintergrund: Bundesweit ist die Teilnahmequote mit 3,5 Prozent der anspruchsberechtigten Versicherten gering. In Baden-Württemberg ist sie mit 2,6 Prozent unterdurchschnittlich und überdies zwischen 2006 und 2009 um 13 Prozent gesunken.

Eine aktuelle Umfrage der AOK in Baden-Württemberg zeigt, 40 Prozent der Zielgruppe fühlen sich nicht ausreichend informiert, nur zehn Prozent planen für dieses Jahr eine Koloskopie.

Ein Drittel der Befragten hat Vorbehalte gegen die Untersuchung, insbesondere Angst vor Schmerzen und der Einnahme von Abführmitteln. Für 59 Prozent der Befragten ist der Hausarzt die wichtigste Informationsquelle.

Die AOK Baden-Württemberg will ihre Haus- und Facharztverträge nun aktiv nutzen, um eine "signifikant höhere Teilnehmerquote nachhaltig" zu erreichen, wie AOK-Vize Dr. Christopher Herrmann in Stuttgart sagte.

Zur Kampagne "Darm-Check 2011 fällig" gehören: Einladungen an die anspruchsberechtigten AOK-Versicherten in vier Wellen in diesem Jahr; Individuelle Ansprache und Beratung der Patienten durch Haus- und Fachärzte; 50 Regionalveranstaltungen der AOK mit Gastroenterologen; Terminvergabe binnen 14 Tagen bei Gastroenterologen.

AOK und Hausärzteverband verhandeln darüber, wie eine klar verbesserte Teilnahmequote in das Bonus-Programm für Hausärzte einbezogen werden kann, wie dies bereits für die Impfquote realisiert ist.

Hausärztechef Dr. Berthold Dietsche kommentierte: "Wir Allgemeinärzte sind bei dem sehr intimen Thema Darmspiegelung die glaubwürdigste Informationsquelle für unsere Patienten. Wir müssen die Vorbehalte abbauen."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Krankenhausreform

Klinik-Atlas soll zum Gemeinsamen Bundesausschuss umziehen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe