KV Sachsen-Anhalt

"Terminservice ist kein Modell der Zukunft"

KV-Chef John ist überzeugt: Viele sind mit dem Terminservice unzufrieden. Er hält das landeseigene Modell für vernünftiger.

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MAGDEBURG. Knapp 3000 Anrufe hat die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) von Ende Januar bis Anfang Juni registriert. Von durchschnittlich 28 Anrufen pro Tag sind nach Auskunft des KVSA-Vorsitzenden Dr. Burkhard John etwa 20 berechtigt. Besonders gefragt ist die Fachrichtung Nervenheilkunde, gefolgt von Augenheilkunde und Kardiologie.

Bislang konnten allen Patienten mit berechtigten Anliegen Termine bei den entsprechenden Vertragsärzten vermittelt werden. Anfragen in Krankenhäusern waren nicht notwendig. Dennoch ist John überzeugt: "Terminservicestellen sind kein Modell der Zukunft". Viele Patienten seien unzufrieden. "Sie wollen nicht zu irgendeinem Facharzt, sondern zu dem ihres Vertrauens." Dies ermögliche das landeseigene Modell Sachsen-Anhalts, dass die KVSA gemeinsam mit AOK, IKK gesund plus und Barmer GEK Ende vergangenen Jahres auf den Weg gebracht hat (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Die sogenannte Überweisungssteuerung mit AOK Sachsen-Anhalt und IKK gesund plus unterscheidet zwischen "sehr dringend" (Termin am nächsten Arbeitstag) und "dringend" (Termin innerhalb von sieben Werktagen), wobei sich Haus- bzw. Kinderärzte selbst um Termine bei ihren Facharztkollegen bemühen. Mehr als 12.000 als sehr dringend eingestufte Patienten seien seit Dezember quasi nahtlos vom Facharzt weiterbehandelt worden, über 10.000 mussten maximal eine Woche warten.

"Das ist der vernünftigere Weg", meint John. "Deshalb sollten wir auch andere Kassen überzeugen." Die Zusatzmühe zahlt sich für die Ärzte aus: Die Kassen honorierten die problemlose Weiterbehandlung ihrer Versicherten beim Facharzt seit Ende vergangenen Jahres mit mehr als einer viertel Million Euro. (zie)

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