NRW

Umweltdaten werden gebündelt

Indem Daten zu Umwelt und Gesundheit gebündelt werden, will Nordrhein-Westfalen einen besseren Überblick über die Belastung der Bevölkerung bekommen. Das Ganze ist Teil des Masterplans Umwelt und Gesundheit.

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KÖLN. Nordrhein-Westfalen will künftig die Daten zu Umwelt, Gesundheit und sozialer Lage zusammenführen. Das soll es ermöglichen, Zusammenhänge zwischen Umweltbelastung, ihren gesundheitlichen Folgen und der ungleichen Verteilung der Risiken in der Gesellschaft besser erkennen und zielgerichtet reagieren zu können.

Die integrierte Berichterstattung ist Teil des unter Federführung des Landesumweltministeriums entwickelten Masterplans Umwelt und Gesundheit NRW, der im März vom rot-grünen Kabinett verabschiedet und jetzt an die Landtagsmitglieder verschickt wurde.

Die Zusammenführung und Auswertung der Daten aus verschiedenen Bereichen sei notwendig, um in den einzelnen Stadtgebieten und Quartieren Mehrfachbelastungen zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren, heißt es in dem Masterplan. "Ziel ist es, Belastungscluster zu identifizieren."

Derzeit fehle dafür im bevölkerungsreichsten Bundesland das notwendige Instrumentarium. "Daher sollen in einem Pilotverfahren die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer integrierten Umwelt-, Gesundheits- und Sozialberichterstattung und die Übertragbarkeit der Ergebnisse untersucht werden." Das Projekt soll noch in diesem Jahr in zwei bis drei Kommunen anlaufen und wissenschaftlich begleitet werden. Die Ausschreibung läuft.

"Umweltbezogener Gesundheitsschutz" das Ziel

Ziel des Masterplans ist es, durch einen "umweltbezogenen Gesundheitsschutz" die Umweltbelastung und die Gesundheitsrisiken für die Menschen in NRW zu reduzieren. Er ist als Handlungskonzept angelegt, das sich in erster Linie an die Verwaltungen auf Landes- und kommunaler Ebene richtet.

Übergeordnete Ziele des Masterplans sind die Minimierung umweltbedingter Gesundheitsrisiken, die Erhöhung der Umwelt- und Lebensqualität für besonders belastete Bevölkerungsgruppen und die Stärkung der Entscheidungskompetenz der Menschen für umwelt- und gesundheitsgerechtes Konsum- und Mobilitätsverhalten.

"Der Masterplan zielt in erster Linie auf Verhältnisprävention, das heißt auf die Schaffung von Rahmenbedingungen für gesunde Umwelt- und Lebensverhältnisse der Menschen."

Das Konzept skizziert Handlungsfelder und -empfehlungen für verschiedene Bereiche. Neben der integrierten Berichterstattung sind das Umweltgerechtigkeit; Umwelt und Gesundheit in der Planung; Verkehr, Umwelt und Gesundheit; Luftqualität in Innenräumen; Schadstoffe in verbrauchernahen Produkten sowie Tierhaltung und gesundheitliche Auswirkungen.

Um Schadstoffbelastungen bei Kindern frühzeitig erkennen zu können, plant NRW die regelmäßige Untersuchung einer neuen Querschnittsgruppe von Anderthalb- bis Sechsjährigen. Bei ihnen soll im Abstand von drei bis vier Jahren eine Urinprobe genommen werden.

Es sollen nicht dieselben Kinder über die Zeit untersucht werden, sondern dieselbe Altersgruppe. "Damit werden Zeitreihen erstellt, die aufzeigen, wie oder ob sich die Belastung von Kindern in einem bestimmten Alter über die Zeit hinweg verändert, zum Beispiel infolge Austausch oder Regulierung von Stoffen." (iss)

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