Uni Heidelberg beteiligt 60 Hausarzt-Praxen

Die Allgemeinmedizin an der Uni Heidelberg rüstet auf und akkreditiert jetzt 60 Praxen für die Forschung. Das Ziel: Praxisnähe in der Wissenschaft.

Veröffentlicht:
Professor Dr. Joachim Szecsenyi leitet die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Uniklinikum Heidelberg.

Professor Dr. Joachim Szecsenyi leitet die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Uniklinikum Heidelberg.

© Universitätsklinikum Heidelberg

HEIDELBERG (mm). Erstmals sind 60 Hausarztpraxen von der Medizinischen Fakultät Heidelberg als "Akademische Forschungspraxen" akkreditiert worden.

Eine solch vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit ist in dieser Form deutschlandweit einmalig. Die Hausärzte sind damit künftig feste Kooperationspartner des Universitätsklinikums Heidelberg.

Auch organisatorische Strukturen im Blickpunkt

In Ihren Praxen soll in Studien wissenschaftlich geprüft werden, wie die Versorgung chronisch kranker Patienten oder speziell älterer Menschen durch den Hausarzt verbessert werden kann.

Erforscht wird ebenfalls, welche organisatorischen Strukturen dafür nötig sind und welche umsetzbar erscheinen.

Ziel sind bis zu 150 Praxen

"Motivierte Hausärzte mit ihren Teams sind unsere unverzichtbaren Partner für eine erfolgreiche Versorgungsforschung", so Professor Dr. Joachim Szecsenyi, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung.

Insgesamt sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre zwischen 100 und 150 Praxen akkreditiert werden.

"Die Akkreditierung zur "Akademischen Forschungspraxis" ist eine schöne Anerkennung", sagt Dr. Boye Hoops, der sich mit seiner Praxis in Gaggenau schon seit zehn Jahren in Forschungsprojekten der Uni engagiert.

Der Titel zeige den Patienten zudem, dass ihre Daten frei von industriellen Interessen verwendet würden und sie die wissenschaftliche Forschung unterstützten.

Wichtig für große Studien

Die vertragliche Anbindung der Hausärzte sei zudem wichtig für groß angelegte Studien, erklärt Privatdozent Dr. Frank Peters-Klimm von der Abteilung für Allgemeinmedizin.

Mit verlässlichen Partnern könnten ausreichend viele Patienten zu erreichen und verwertbare Daten ermittelt werden. Das spiele für die Einwerbung von Drittmitteln eine wichtige Rolle.

Um akkreditiert zu werden, müssen die Praxen binnen drei Jahren mindestens einmal erfolgreich an einem größeren wissenschaftlichen Projekt der Abteilung Allgemeinmedizin teilgenommen haben.

Zunächst gibt es Schulungen

Die forschenden Hausärzte machen an mindestens zwei weiteren Projekten im Akkreditierungszeitraum von drei Jahren mit. Dazu werden auch Schulungen durch die Studienkoordinatoren angeboten.

Änderungen der Praxisabläufe und die Dokumentation der Patientendaten verursachen auch Mehraufwand für das Team.

Für Hoops ist das kein Problem. Denn aus seiner Sicht profitiert die Patientenversorgung durch in Studien lernende Ärzte.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein