Vitamin D-Supplementation entlastet Kassen und Gesellschaft

Prävention hilft sparen. Das gilt nun auf der Basis neuer Studienerkenntnisse für die Vitamin D-Supplementation bei älteren Menschen, wenn Brüche vermieden werden.

Veröffentlicht:
Wenn Licht allein nicht mehr reicht, ist Vitamin D indiziert.

Wenn Licht allein nicht mehr reicht, ist Vitamin D indiziert.

© Vladimir Voronin / fotolia.com

NEU-ISENBURG (HL). Insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Euro könnten die Krankenkassen und die Volkswirtschaft einsparen, wenn die ältere Bevölkerung über 65 Jahre optimal mit Vitamin D versorgt werden würde.

Das hat eine Budget-Impact-Studie des Gesundheitsökonomen Professor Theodor Karl Sproll von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach ergeben. Sie soll Ende März auf einem Symposion in Brüssel vorgestellt werden. Erste Ergebnisse liegen der "Ärzte Zeitung" vor.

Grundlage der gesundheitsökonomischen Studie ist eine Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen zum Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel, Osteoporose und meist stationär behandlungsbedürftigen Knochenbrüchen.

In der Modellberechnung ist Sproll von der aktuellen Versorgungssituation mit Vitamin D ausgegangen. Diese Ist-Population wurde mit einer hypothetischen Zielsituation verglichen, in der eine optimale und flächendeckende Versorgung mit Vitamin D stattfindet.

Zur momentanen Ausgangssituation wurde angenommen, dass die allgemeine Bevölkerung ohne Osteoporose kein Vitamin D erhält. Auf Basis der Daten aus der Bone-EVA-Studie mit Versicherten einer großen gesetzlichen Krankenversicherung wurde davon ausgegangen, dass 17 Prozent der Bevölkerung mit Osteoporose Vitamin D und Kalzium erhält.

Die Zielsituation ist dadurch charakterisiert, dass alle Personen ab 65 Jahre optimal mit Vitamin D und Kalzium zur Vorbeugung von Brüchen versorgt werden. Ferner wurde unterstellt, dass die Osteoporose-Prävalenz in dieser Altersgruppe bei 37 Prozent liegt.

Die optimale Supplementation von Vitamin D und Kalzium hat erhebliche Effekte: Bei der Osteoporosepopulation fallen pro Jahr im Vergleich zur Ist-Situation 5478 weniger Hüft- und 18420 weniger Wirbelfrakturen an. In der Gesamtpopulation der älteren Menschen sind es 7902 Hüft- und 19423 Wirbelfrakturen weniger.

 Das führt zu Kosteneinsparungen in Kliniken von insgesamt 150 Millionen Euro bei der Osteoporosepopulation und von 172 Millionen Euro bei der Gesamtpopulation.

Berücksichtigt man darüber hinaus indirekte Kosten, die nicht innerhalb des Krankenversicherungssystems anfallen, so ergeben sich Einsparungen von 778 Millionen Euro bei den Osteoporose-Patienten und weitere 550 Millionen bei Patienten, die einen Vitamin D-Mangel haben, bei denen aber noch keine Osteoporose diagnostiziert worden ist.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Exklusiv Reform der Approbationsordnung

Masterplan ade: Fakultäten schreiben Medizinstudium in eigener Regie fort

Kommentare
Dr. Bernhard reiß 22.02.201123:23 Uhr

Neuigkeiten zu Viramin D

Es gibt zur Zeit wohl kaum einen medizinischen Gesichtspunkt der nicht mit Vitamin D in verbinsung gebracht wird. Hoffen wir, daß das alles in Erfüllung geht. Die Studienlage scheint die Hoffnungen zu bestätigen. Und das wäre eine gute Nachricht!

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert