Direkt zum Inhaltsbereich

Wirtschaftsweise sehen verpasste Reform-Chancen

BERLIN (fst). Die Wirtschaftsweisen haben in ihrem gestern vorgelegten Gutachten die Gesundheits- und Pflegereform als überwiegend konzeptionslos und nicht nachhaltig gerügt.

Veröffentlicht:

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vermag in der jüngsten Gesundheitsreform kaum eine "integrierende Gesamtkonzeption" zu erkennen. Mit dem Gesundheitsfonds sei der Lagerstreit zwischen Union und SPD "nur scheinbar überwunden" worden. "Politischen Charme" habe die Fonds-Lösung nur, "weil sie unbestimmt und interpretationsoffen" sei. "Nach der Reform ist vor der Reform", folgern die Wirtschaftsweisen.

Als lediglich kurzfristige Lösung sieht der Rat auch die Pflege-Reform. Durch mehr Bedürftige und verbesserte Leistungen werde sich die Finanzsituation der Pflegekassen bald wieder verschlechtern. Harsch kritisieren die Gutachter, dass zwischen Union und SPD der eigentlich im Koalitionsvertrag vereinbarte Aufbau einer Demografiereserve gescheitert ist.

"Das Zeitfenster eines Umstiegs zum Kapitaldeckungsverfahren ist mit der Umsetzung der verabredeten Reform faktisch geschlossen", heißt es im Gutachten. Allein nur um Mehrausgaben durch die Alterung der Bevölkerung zu kompensieren, müssten die Einkommen je Versichertem jährlich um über zwei Prozent steigen, haben die Gutachter errechnet. Sie gehen bis 2050 von einem Anstieg des Beitragssatzes auf 3,2 Prozent (derzeit: 1,75 Prozent) aus.

Mehr dazu unter: www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Abschaffung der TSVG-Honorare: Ist Nina Warkens Datenbasis falsch?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Tipps für das Gespräch

Krebsfrüherkennung: Das ist bei der Patientenberatung wichtig

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

In Deutschland machen frühe Erkrankungen mit Darmkrebs (EOCRC), also vor dem 50. Lebensjahr circa 5 Prozent der Neudiagnosen aus.

© Dmytro / stock.adobe.com

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland