Unternehmen

Amerikas Eisenbahn-Aktien nehmen Fahrt auf

US-Railroad-Gesellschaften rücken auch diesseits des Atlantiks in den Fokus von Anlegern. Sie versprechen nachhaltig gute Entwicklungschancen.

Von Richard Haimann Veröffentlicht: 20.05.2012, 09:02 Uhr
Amerikas Eisenbahn-Aktien nehmen Fahrt auf

Vorbild Deutschland: Auch in den USA setzen immer mehr Unternehmen auf den Transport ihrer Waren auf der Schiene statt auf der Straße.

© motorradcbr/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Amerikanische Eisenbahngesellschaften vermelden Rekordgewinne, weil immer mehr Unternehmen wegen des steigenden Ölpreises den Warentransport von der Straße auf die Schiene verlagern.

Mit auch an deutschen Börsen gelisteten Aktien der Railroad-Gesellschaften können Anleger von dem Trend profitieren.

34 Milliarden US-Dollar (26,5 Milliarden Euro) zahlte Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway 2009 für den Eisenbahnkonzern Burlington Northern Santa Fe. Damals hielten etliche Marktakteure den Kauf für die erste große Fehlentscheidung der Börsenlegende.

Schließlich drohte die Finanzkrise zu diesem Zeitpunkt Amerikas Wirtschaft nachhaltig auf Talfahrt zu senden. Inzwischen huldigen alle Analysten wieder dem "Zauberer von Omaha": Denn Burlington Northern fuhr seither von Jahr zu Jahr neue Rekordgewinne ein.

2011 erzielte die Gesellschaft mit 19,5 Milliarden US-Dollar den bislang höchsten Umsatz ihrer Geschichte.

Das Geschäft brummt kräftig

Buffett hatte frühzeitig erkannt, dass der steigende Ölpreis den Warentransport auf der Straße immens verteuern würde. Selbst im Konjunkturtief wuchs deshalb das Güteraufkommen auf der Schiene rapide.

Jetzt, wo sich die US-Wirtschaft erholt und Rohöl noch teurer geworden ist, hält der Trend weiter an: 946 .951 Container wurden vergangenen Monat auf Güterzügen in Nordamerika transportiert - so viele wie noch nie in einem April, vermeldete jetzt der Branchenverband Association of American Railroads (AAR).

"Es gibt kein besseres Transportmittel als die Eisenbahn, um Waren schnell und billig über große Strecken zu bewegen", sagt AAR-Vizepräsident John T. Gray.

Deshalb brummt auch bei den an deutschen Börsen gelisteten Eisenbahngesellschaften Nordamerikas das Geschäft kräftig. Union Pacific (ISIN US9078181081), der größte Schienenkonzern der USA, steigerte im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 5,11 Milliarden Dollar.

Der Quartalsgewinn stieg sogar um 35 Prozent auf 863 Millionen Dollar. Der an der Ostküste der USA operierende Konzern Norfolk Southern (US6558441084) verdiente mit seinem 32.000 Kilometer langen Schienennetz im ersten Quartal 410 Millionen Dollar - 26,1 Prozent mehr als im ersten Vierteljahr 2011.

Canadian National Railway (CA1363751027), der größte Schienentransporteur im Nachbarland der USA, steigerte den Gewinn im ersten Quartal um 16 Prozent auf 775 Millionen kanadische Dollar (603 Millionen Euro).

Canadian Pacific Railway (CA13645T1003), die Nummer Zwei im Land, verdiente mit 142 Millionen kanadischen Dollar sogar 318 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Weiterer Aufschwung erwartet

Die Aktienkurse der Konzerne haben sich zwar von ihrem Einbruch nach dem Börsencrash Ende 2008 wieder erholt. Analysten erwarten jedoch, dass die Gewinne der Unternehmen in den kommenden Jahren weiter steigen werden und raten zum Kauf der Papiere.

Die Einschätzung basiert auf der Annahme, dass der Ölpreis durch die wachsende Nachfrage in den Schwellenländern weiter steigen werde und damit das Frachtaufkommen auf den Schienentrassen Nordamerikas auch in den kommenden Jahren rasant wachsen wird.

Brandon R. Oglenski von Barclays Capital erwartet, dass der Branchengigant Union Pacific mit seinem breiten Schienennetz am meisten von der Entwicklung profitieren wird.

UBS-Analyst Rick Paterson empfiehlt die Aktie von Norfold Southern zum Kauf und sieht bis Jahresende ein Kurspotenzial von 28 Prozent.

David Tyerman von Canaccord Genuity rät wiederum zum Papier der Canadian Pacific. Da ihr Schienennetz von der Ost- bis zur Westküste Kanadas reicht und auch in mehrere US-Bundesstaat führt, werde die Gesellschaft besonders stark vom steigenden Frachtaufkommen profitieren.

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