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Rhön-Übernahme

Asklepios will Fresenius verhindern

Machtkampf um die Rhön Kliniken: Fresenius hält weiter an seinen Übernahmenplänen fest - bekommt aber immer mehr Konkurrenten. Jetzt grätscht auch Asklepios dazwischen.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN (dpa). Im Machtkampf um den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum will Asklepios eine zweite Offerte des Medizinkonzerns Fresenius mit aller Macht verhindern.

"Asklepios hat eine Voranfrage über eine Minderheitsbeteiligung an der Rhön-Klinikum AG angemeldet", sagte ein Sprecher des Bundeskartellamtes am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Wie dpa-afx aus Kreisen erfuhr, will Asklepios wissen, welche Konsequenzen eine Aufstockung in Höhe von 10,1 Prozent und mehr haben könnte.

Asklepios könnte mit einer Sperrminorität wichtige Entscheidungen wie Kapitalmaßnahmen oder Satzungsänderungen bei dem MDax-Konzern blockieren, denn laut Satzung ist dafür die Zustimmung von mehr als 90 Prozent des vertretenen Kapitals notwendig.

Das Familienunternehmen, das bereits mehr als fünf Prozent an Rhön hält, hat nach Aussagen von Insidern dem Rhön-Vorstand bereits mitgeteilt, den Anteil an dem fränkischen Unternehmen ausbauen zu wollen.

"Asklepios hat beim Kartellamt eine Voranfrage gestellt, ob das Unternehmen seinen bisherigen Anteil auf 10,1 Prozent und mehr aufstocken darf", erfuhr dpa-AFX am Freitag aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen.

Fresenius prüft weiter

Die Anfrage werde mit Antragseingang in einer ersten Phase einen Monat lang geprüft, so das Bundeskartellamt. Dabei spiele die Frage eine Rolle, ob ein Anteilserwerb von 25 Prozent einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft darstelle.

Die Anmeldung sage aber nichts darüber aus, ob Asklepios eine Übernahme anstrebe oder nicht. Bei Asklepios war auf Anfrage vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Ein Rhön-Sprecher sagte, dem Unternehmen liege derzeit keine neue Stimmrechtsmeldung von Asklepios vor.

Ende Juni war Fresenius-Chef Ulf Schneider mit seinem ersten Gebot in Höhe von 3,1 Milliarden Euro für Rhön gescheitert, weil die Bad Homburger nicht wie angestrebt 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln konnten. Inklusive Schulden wäre der Deal 3,9 Milliarden Euro schwer gewesen.

Fresenius prüft derzeit einen zweiten Anlauf. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen. Die Bad Homburger könnten sich zunächst mit einer einfachen Mehrheit von 50 Prozent plus eine Aktie begnügen.

Diese Konstellation wäre für Fresenius allerdings mit Risiken behaftet, da ungewiss ist, ob der Konzern damit den Durchgriff auf das Unternehmen erhalten könnte.

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