Anlagen-Kolumne

Der "Duftende Hafen" lockt die Immobilienanleger

Anleger, die auf Immobilienmärkte setzen, sind mit einem Engagement in China - besonders im "Duftenden Hafen" (Hongkong) - gut beraten.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Die US-Statistiker vermeldeten im Mai beim US-Häusermarkt erstmals seit langer Zeit Stabilisierungstendenzen. Allerdings vollzog sich die Beruhigung auf äußerst niedrigem Niveau, so dass ein weiterer Rückgang der Preise kaum zu erwarten war. Da die Häuserpreise nach Meinung der meisten Volkswirte weiter sinken werden, dürfte die private Immobilien-Bautätigkeit auf niedrigem Niveau stagnieren und kaum zu einem nennenswerten Wachstumsmotor werden.

Überhaupt bleiben die Aussichten für die US-amerikanischen Immobilienmärkte ungünstig. Gleiches gilt für Großbritannien, wo die spekulativen Exzesse der vergangenen Jahre über Jahre hinweg negative Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft haben werden.

Differenziert ist die Lage am deutschen Immobilienmarkt zu sehen. Vor einigen Jahren herrschte die Meinung, dass die schon seit langer Zeit stagnierenden deutschen Immobilien so fürchterlich uninteressant wären und man deshalb in den "dynamisch-flexiblen" angloamerikanischen Immobilienmarkt investieren müsste. Am deutschen Immobilienmarkt jedoch sind die Preise für Wohnimmobilien zuletzt sogar teilweise gestiegen.

In den USA und Großbritannien ist die Luft draußen.

Probleme gab es dagegen zuletzt vor allem im Bereich der Büroimmobilien, auch wenn die Preisrückgänge im Vergleich zu den Entwicklungen in den USA und in Großbritannien moderat ausfielen. In Asien ziehen die Immobilienmärkte - speziell in China und dort insbesondere in Hongkong - wieder deutlich an.

Vor dem Hintergrund der guten Immobilienkonjunktur in Asien ist dort auch weiterhin mit guten Aussichten für die Immobilienmärkte zu rechnen.

Auch der wohl erfolgreichste asiatische Immobilieninvestor, Li Kasheng, betonte zuletzt, dass er sehr gute Aussichten für die asiatischen Immobilienmärkte sehen würde. Li hat in der Vergangenheit in der Regel sehr gute Prognosen gegeben. In der Tat sprechen sinkende Zinsen in China, Niedrigstzinsen in der Sonderverwaltungszone Hongkong und vor allen Dingen die dort sehr niedrige Verschuldung der Konsumenten für weitere Nachfrage und steigende Preise. Da die Chinesen schwerpunktmäßig ihr Sozialsystem verbessern, dürfte die Bevölkerung nach und nach die äußerst hohe Sparquote senken - staatliche Fürsorge ersetzt langsam privates Vorsorge-Sparen. Dies wiederum würde sich positiv auf die Binnenkonjunktur auswirken. Ähnlich wie an den Aktienmärkten dürften deshalb an den Immobilienmärkten vor allen Dingen mittel- und längerfristig die Aussichten in Asien am besten bleiben.

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