Anlagen-Kolumne

Deutschland koppelt sich von anderen Ländern positiv ab

Deutschlands Aktienmarkt erholt sich von der Krise und lässt andere Länder hinter sich. Abseits davon übertrumpfen Schwellenländer das alte Europa.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise war beziehungsweise ist im Wesentlichen eine reine Verschuldungskrise. Dabei verdeutlicht schon ein kritischer Blick auf die staatlichen Verschuldungsquoten, dass die Krankheitsbilder der einzelnen internationalen Volkswirtschaften keinesfalls identisch sind.

Beläuft sich die Staatsverschuldung in den Industrieländern beispielsweise auf durchschnittlich mehr als 100 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung, liegt die Verschuldungsquote der öffentlichen Schwellenländer-Haushalte bei weniger als 40 Prozent. Eine ähnlich hohe Bandbreite weisen die Verschuldungsquoten der Staaten der Europäischen Union auf.

Umso verwunderlicher ist, dass man der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren eine globale Pauschalbehandlung in Form massiver geld- - niedrigere Zinssätze, höhere Geldmengen - und fiskalpolitischer - niedrigere Steuerlast, höhere Staatsausgaben - Aktionen verordnete.

Unterschiedliche Krankheitsbilder versuchte man mit weitgehend einheitlichen Maßnahmen zu therapieren. So verwundert es nicht, dass die internationalen Volkswirtschaften heute unterschiedliche Probleme aufweisen.

Die meisten Industrieländer - und hier allen voran die Vereinigten Staaten von Amerika - bemühen sich heute um eine Inflationierung der Volkswirtschaften beziehungsweise um ein nachhaltiges Konjunkturwachstum. Die Inflation liegt in den USA im Bereich des historischen Tiefs bei gleichzeitig miserabler Einkommensentwicklung und Arbeitslosensituation.

Einen erheblich besseren Eindruck hinterlassen die Schwellenländer mit überwiegend hohen einstelligen oder teils sogar zweistelligen jährlichen Wirtschaftswachstumsraten. Entsprechend der damit verbundenen Inflationstendenzen sind die Schwellenländer-Zentralbanken heute gezwungen, mit geldpolitischen Bremsmaßnahmen gegenzusteuern.

In einem international äußerst heterogenen Umfeld schnitt der deutsche Aktienmarkt im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von rund 17 Prozent nicht nur besser ab als der Durchschnitt der EU-Staaten (Euro-Stoxx 50 mit 4 Prozent Rückgang) sondern übertraf auch die BRIC-Schwellenländer (Brasilen minus 2 Prozent, Russland plus 14 Prozent, Indien plus 12 Prozent und China minus 11 Prozent).

Damit wurde 2010 die an dieser Stelle prognostizierte Abkopplungsthese - überdurchschnittliches Abschneiden - im Wesentlichen bestätigt.

Zur Person: Dr. Jens Ehrhardt ist unabhängiger Fondsmanager und erreicht mit seinen Fonds immer wieder Spitzenplätze unter den Vermögensverwaltern

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