Kapitalanlage

Feriendomizile machen gute Rendite

Mit der Vermietung von Ferienimmobilien können Kapitalanleger Bruttorenditen von bis zu stolzen elf Prozent erzielen. Insbesondere ein Land sticht heraus.

Von Richard Haimann Veröffentlicht:
Die Investition in deutsche Ferienimmobilien lohnt sich meist. Wichtig ist dabei vor allem die Lage und Ausstattung des Objektes. .

Die Investition in deutsche Ferienimmobilien lohnt sich meist. Wichtig ist dabei vor allem die Lage und Ausstattung des Objektes. .

© hydebrink / stock.adobe.com

NEU-ISENBURG. Die Vermietung von Urlaubsdomizilen kann sich für Kapitalanleger richtig auszahlen. Das zeigt die diesjährige Marktstudie "Ferienimmobilien 2018" des Online-Ferienwohnungsvermittlers FeWo-direkt und der Hamburger Maklergesellschaft Engel & Völkers. "Die Analyse zeigt, dass sich die Vermietung von Urlaubsobjekten sowohl im In- als auch im Ausland lohnt", sagt Aye Helsig, bei FeWo-direkt Regionaldirektor Europa.

Die höchsten Gewinne lassen sich danach mit Ferienimmobilien in den Niederlanden einfahren. "Dort betragen die durch die Vermietung erzielbaren Bruttorenditen bis zu elf Prozent im Jahr", sagt Helsig. Auf den Rängen folgen Urlaubsdomizile in Kroatien mit Bruttorenditen von bis zu neun Prozent und in Italien mit sieben Prozent.

Mit Ferienobjekten in Deutschland, Österreich und Portugal kommen Kapitalanleger im Schnitt auf Erträge von sechs Prozent. Spanische und französische Domizile werfen im Mittel Bruttorenditen von vier Prozent ab.

Die Bruttorenditen spiegeln wider, wie viel Prozent des Kaufpreises einer Immobilien Kapitalanleger mit deren Vermietung pro Jahr an Einnahmen erzielen können. Die hohen Renditen in den Niederlanden, Kroatien und Italien kommen dadurch zustande, dass die Immobilienpreise dort in Relation zu den Mieterträgen deutlich niedriger sind als in Deutschland

 Die Nettorenditen, der effektiv verbleibende Gewinn, fällt in der Regel ein bis zwei Prozentpunkte niedriger aus. Zum einen müssen die Bruttoerträge versteuert werden. Zum anderen muss ein Teil des durch die Vermietung eingenommenen Kapitals für die laufende Instandhaltung der Urlaubsdomizile zurückgelegt werden.

Drei Kriterien für den Kauf

"Beim Kauf einer Ferienimmobilie sollten Interessenten drei wesentliche Kriterien beachten: eine erstklassige Lage mit guter Infrastruktur, eine hochwertige Ausstattung sowie eine stabile Urlaubernachfrage in der Region", sagt Kai Enders, Vorstandsmitglied von Engel & Völkers. "Eine Top-Lage ist deshalb so wichtig, weil sie ausschlaggebend für eine erfolgreiche Vermietung ist und sich darüber hinaus positiv auf den Wiederverkaufswert des Objekts auswirkt."

Um Urlaubsdomizile optimal vermieten zu können, sollten sie über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen, eine Einbauküche mit Geschirrspüler und Mikrowelle bieten sowie über einen Internetanschluss mit WLAN und einen Satelliten- oder Kabelanschluss für den Fernsehempfang verfügen.

Am teuersten sind Ferienimmobilien auf Sylt. Das zeigt eine Kaufpreis-Analyse des Immobilienvermittlungsportals Immowelt. Danach müssen Käufer für ein Urlaubsdomizil auf der nördlichsten deutschen Insel Quadratmeterpreise von bis zu 7910 Euro zahlen. Platz Zwei nimmt Norderney mit Quadratmeterpreisen von bis zu 7830 Euro ein, gefolgt von Wangerooge mit Quadratmeterpreisen von bis zu 6990 Euro.

Vergleichsweise günstig sind hingegen Urlaubsdomizile an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. In Heringsdorf auf Usedom betragen die Preise bis zu 3700 Euro pro Quadratmeter, in Göhren auf Rügen sind es bis zu 2800 Euro pro Quadratmeter.

Teure Objekte, niedrigere Rendite

Die Spitzenpreise auf den Nordseeinseln resultieren jedoch nicht in Spitzenrenditen, wie eine frühere Regionalanalyse von FeWo-direkt zeigt. Danach betragen die Bruttorenditen bei der Vermietung von Urlaubsdomizilen auf Norderney, Sylt und Wangerooge im Schnitt lediglich 4,8 Prozent. Hingegen werfen Ferienhäuser und -wohnungen auf Rügen und Usedom Bruttoerträge von durchschnittlich 7,4 Prozent ab. "Die sehr hohen Immobilienpreise auf den Nordseeinseln können nicht durch ebenso hohe Vermietungspreise aufgefangen werden", erläutert Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobilienberatungsgesellschaft Catella.

Die Masse der Urlauber bevorzuge günstigere Feriendomizile. "Eine vergleichsweise günstige Immobilie an der Ostsee lässt sich zu einem geringeren Mietpreis häufiger und ertragreicher vermieten als ein teures Objekt auf Sylt oder Norderney", sagt Beyerle.Das spiegelt sich auch im Urlaubsverhalten der Deutschen wider.

Nach der jüngsten Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) verbrachten 2017 stattliche 18,2 Prozent der in Deutschland Erholung suchenden Urlaubsgäste die schönsten Tage des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern und an dessen Ostseeküste. Das zweitbeliebteste Bundesland für den heimischen Urlaub war Bayern mit einem Anteil von 17,5 Prozent.

Das Verhalten der Urlauber berücksichtigen allerdings auch die meisten Kapitalanleger bei der Standortwahl. Der FeWo-direkt-Analyse zufolge erwarben nur drei Prozent der Käufer eine Ferienimmobilie als Vermietungsobjekt auf einer der Nordseeinseln. Sieben Prozent hingegen entschieden sich für eine Immobilie auf den Ostsee-Inseln. 21 Prozent wählten ein Objekt auf dem Festland an der Nord- oder Ostseeküste. 69 Prozent entschieden sich, ein Haus oder eine Wohnung in den deutschen Alpenregionen oder den Mittelgebirgen zu erwerben.

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