Geldanlage: Nicht jede Anleihe bringt Stabilität ins Depot

Anleihen gelten als sichere Beimischung fürs Depot -wenn sie von Staaten ausgegeben werden.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG (hai). Finanzexperten raten Anlegern, einen Teil ihres Geldes in Anleihen zu investieren. "Staatsanleihen aus der Euro-Zone bringen Stabilität in jedes Depot, weil Zinsen und Rückzahlung des Kapitals durch die Nationen garantiert sind und kein Währungsrisiko besteht", sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.

Mit Anleihen borgen sich Staaten und Unternehmen Kapital von Investoren. Am Ende der Laufzeit wird der Nennwert der einzelnen Scheine von jeweils 100 Euro zurückgezahlt. Bis dahin schüttet der Emittent jedes Jahr eine feste Summe als Zinsvergütung - den so genannten Coupon - aus.

Die tatsächliche Zinsrendite der Papiere hängt davon ab, zu welchem Kurs eine Anleihe erworben wird. Notieren die Papiere unter Nennwert, liegt die Zinsrendite oberhalb, im umgekehrten Fall unterhalb des Coupon-Wertes. Um die reale Rendite zu errechnen, dividieren Anleger den Coupon-Wert durch den Börsenkurs und multiplizieren anschließend mit 100.

Steigen die Aktienkurse, verkaufen Investoren Anleihen und schichten in Aktien um. Dadurch fallen die Kurse der Schuldverschreibungen, während spiegelbildlich ihre Renditen steigen. Umgekehrt flüchten Anleger bei Börsenturbulenzen in Anleihen, wodurch deren Kurse steigen und die Renditen fallen.

Bei Unternehmensanleihen besteht die Gefahr, dass die Firma Pleite geht. Hellmeyer: "Sicherheitsorientierte Anleger sollten deshalb nur zu Staatsanleihen greifen."

Durch die milliardenschweren Rettungspakete der Regierungen ist die Staatsverschuldung weltweit massiv gestiegen. Investoren fürchten deshalb steigende Inflationsraten und erwarten Leitzinserhöhungen der Notenbanken. Sie haben daher Staatsanleihen mit langer Laufzeit abgestoßen und in Papiere mit kurzer Laufzeit umgeschichtet.

Ad van Tiggelen, Anleihestratege bei ING Investment Management, hält die Teuerungsängste jedoch für übertrieben: "Die Inflation wird in Europa auf lange Sicht niedrig bleiben." Vor diesem Hintergrund könnten Anleger zu höher verzinsten Staatsanleihen mit langer Laufzeit greifen.

Zum Depot-Check

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hämatologe gibt Tipps

Krebspatienten impfen: Das gilt es zu beachten

Lesetipps
Eine pulmonale Beteiligung bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) kann sich mit Stridor, Husten, Dyspnoe und Auswurf manifestieren. Sie zeigt in der Lungenfunktionsprüfung meist ein obstruktives Muster.

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Wenn der entzündete Darm auf die Lunge geht

Die elektronischen Monitoring-Devices könnten gezielt Patienten mit unkontrollierter Erkrankung verordnet werden, um zu messen, ob es bei der Inhalation an der Regelmäßigkeit, der Technik oder an beidem hapert und dann genau da zu schulen, wo es Probleme gibt.

© tadamichi / stock.adobe.com

Neue Möglichkeiten

So hilfreich können Smart Inhaler bei Asthma oder COPD sein