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Anlagen-Kolumne

Große Rotation von Anleihen in Aktien

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Von Anleihen ist in den nächsten Jahren wegen der unattraktiven Verzinsung wenig zu erwarten. Beginnen die Anleger, sich in großem Stil von Anleihen zu trennen, führt dies zu steigenden Zinsen.

Höhere Zinsen bedeuten höhere Staatsausgaben und Konjunktureinbremsungen. In einer Situation historisch einmalig hoher Altverschuldung und eines fragilen Konjunkturumfeldes würden steigende Zinsen das Finanzsystem mit großer Wahrscheinlichkeit zerstören.

Ein Beispiel: Bei einem Zins von derzeit 0,77 Prozent für zehnjährige Anleihen wendet Japan ein Viertel seiner Steuereinnahmen für Zinszahlungen auf.

Stiegen die Zinsen auf ein Normalniveau von zwei Prozent, müssten bereits zwei Drittel der Steuereinnahmen aufgewendet werden! Als Ausweg bleibt nur die Notenbank, die Anleihen aufkauft, damit es nicht zu unkontrollierten Kursrückgängen kommt.

Es kann sein, dass dabei die Eingriffe der US-FED noch übertroffen werden und damit enorme zusätzliche Liquidität geschaffen wird, die potenziell anderen Investments, etwa in Aktien, zur Verfügung steht.

Gleichzeitig versucht Japan gerade, die eigene Währung massiv zu schwächen, was seit Ende 2012 auch funktioniert. Japanische Exporteure werden wettbewerbsfähiger. Demgegenüber dürfte die deutsche Konkurrenz unter Druck geraten.

Zum einen erhalten die deutschen Autobauer durch einen starken Euro international Gegenwind, und zum anderen verschlechtert der starke Euro die Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer, die dringend eine schwache Währung bräuchten.

Gerade dies sind aber die größten Absatzmärkte für den deutschen Export. Während die USA, Japan und weitere asiatische Länder ihre Währung gezielt schwächen, ist die EZB noch nicht bereit dazu.

Sie hat den Aufkauf von Anleihen der Krisenländer an Reformen geknüpft. Früher oder später dürften diese Regeln aber über Board geworfen werden.

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