Arztkontakte
KKH-Auswertung: Deutsche gehen im Schnitt neunmal pro Jahr zum Arzt
Der Anteil der Menschen in Deutschland mit besonders vielen Arztbesuchen pro Jahr steigt seit zehn Jahren kontinuierlich. 2024 ging jeder KKH-Versicherte durchschnittlich neun Mal zum Arzt, ab 50 Jahre sogar noch häufiger.
Veröffentlicht:
Die Zahl der Vielgeher beim Arzt steigt seit Jahren.
© contrastwerkstatt / stock.adobe.com
Hannover. Die Versicherten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) sind im vergangenen Jahr im Schnitt neunmal zum Arzt gegangen. Das geht auf eine aktuelle Auswertung der KKH zurück. Damit ist der Anteil derjenigen mit besonders vielen Arztbesuchen innerhalb von zehn Jahren um acht Prozent gestiegen.
Rund 90 Prozent der KKH-Versicherten hatten Kontakt zu einer ambulanten Arztpraxis. Die Mehrheit (48,5 Prozent) suchte 2024 fünf- bis achtmal eine Medizinerin oder einen Mediziner auf und liegt damit unter dem Mittel von neun bis zehn Arztbesuchen jährlich.
2014 lag die Quote allerdings noch bei fast 56 Prozent. Vergleichsweise niedriger, aber deutlich gestiegen ist der Anteil der sogenannten Vielgeher: von fast 29 Prozent im Jahr 2014 auf rund 37 Prozent im aktuellen Auswertungsjahr 2024. Diese Versicherten nehmen mindestens elfmal jährlich ambulante medizinische Hilfe in Anspruch.
Jeder fünfte Mann geht gar nicht zum Arzt
Immerhin knapp zehn Prozent der Versicherten sind 2024 kein einziges Mal bei einer Ärztin oder einem Arzt gewesen, vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Bei ihnen lag der Anteil sogar bei mehr als 20 Prozent. Erwachsene Männer bis 39 Jahre kontaktieren zudem am seltensten einen Arzt, und zwar 2024 im Schnitt fünfmal – ihre Altersgenossinnen mit acht bis neun Arztbesuchen dagegen deutlich häufiger.
Mit zunehmendem Alter gleicht sich die Zahl der Medizinerkontakte bei Frauen und Männern allerdings wieder an. Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Anzahl auf bis zu 14 Arztbesuche jährlich, was vor allem mit einer intensiveren Versorgung in den späteren Lebensjahren zu erklären ist.
Zu den am häufigsten besuchten Fachrichtungen gehörte im vergangenen Jahr die Allgemeinmedizin mit 76 Prozent vor Mikrobiliogie/Labor (44 Prozent) und (Unfall-)Chirurgie/Orthopädie/Rheumatologie mit 25,5 Prozent.
Junge googeln lieber
Daneben gibt es Menschen, die lieber googeln als zum Arzt zu gehen – vor allem die jüngere Generation. Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der KKH recherchieren 39 Prozent der Befragten im Alter von 16 bis 34 Jahren im Internet zu medizinischen Fragen oder würden dies tun, um sich einen Arztbesuch zu ersparen – etwa angesichts voller Arztpraxen und langer Wartezeiten auf einen Termin.
29 Prozent in dieser Altersgruppe, die sich schon einmal online über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten informiert haben, konnten sich nach eigener Aussage dadurch selbst helfen und somit auf einen Arztbesuch verzichten, und jeder Fünfte 16- bis 34-Jährige (20 Prozent) hat sich schon einmal eine Selbstdiagnose gestellt. (kaha)



