Schleswig-Holstein

KV wirbt für Delegation

Um die Grundversorgung zu stützen, müssen Assistenzkräfte mehr eingebunden werden, sagt KV-Vize Ennenbach.

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HAMBURG. Um die ärztliche Grundversorgung aufrecht zu erhalten, sind nach Ansicht von Dr. Ralph Ennenbach mehr als "kosmetische Veränderungen" erforderlich.

Beim Sommerempfang des BKK Landesverbandes Nordwest in Hamburg sprach sich der Vorstandsvize der KV Schleswig-Holstein für eine stärkere Einbeziehung des medizinischen Assistenzpersonals aus.

Ennenbach zeigte sich dabei nicht nur für Delegationsmodelle offen, sondern sprach sich für "zertifizierte Grundversorgungspflegekräfte" aus, die im ambulanten Sektor ausgebildet werden und die auch freiberuflich arbeiten könnten. Dies würde nach seiner Ansicht zur Attraktivität des gesamten Berufszweiges beitragen.

Zu möglichen Bedenken von Allgemeinärzten sagte Ennenbach: "Wer so viel zu arbeiten hat, dass er dies nicht bewältigen kann, muss rational betrachtet keine Angst um seine Existenz haben. Und den medizinischen Kern der ärztlichen Kompetenz kann dieser Dualismus eher betonen als nivellieren."

Allerdings setzt eine solche Veränderung auch eine Befreiung des ärztlichen Grundversorgungsbereichs von der Budgetierung voraus, denn: "Wie soll man die Bereitschaft zur Teilung des eigenen Tätigkeitsfeldes erwarten dürfen, wenn das so gewünschte grundversorgte Tun bürokratisch-fiskalisch begrenzt wird."

Hintergrund seiner Überlegungen ist der Generationswechsel bei Ärzten. In den kommenden sieben Jahren gehen nach seinen Angaben bundesweit 70.000 Ärzte in den Ruhestand, nur 7000 pro Jahr rücken nach.

Damit fehlen in den kommenden sieben Jahren insgesamt rund 20.000 Ärzte. Ennenbach forderte deshalb Rahmenbedingungen, die "idealerweise garantieren, dass nur dann der Arzt zum Tragen kommt, wenn es wirklich danach ist." (di)

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