KVWL plant quartalsgerechte Honorare

Ganz weg von den RLV will die KVWL zwar nicht. Aber sie will die Honorare künftig nach der aktuellen Fallzahl berechnen.

Veröffentlicht:

DORTMUND (iss). Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) setzt bei der Honorarverteilung auf Kontinuität und geht mit den wiedergewonnen regionalen Gestaltungsmöglichkeiten keine Risiken ein.

Die KV will Verwerfungen zwischen und in den Arztgruppen vermeiden und deshalb die Bildung von Arztgruppentöpfen und die Systematik der Regelleistungsvolumina (RLV) ohne große Änderungen beibehalten.

"Wir halten es für den richtigen Weg, beim Start in die eigene Honorarverantwortung jede neue Umverteilung möglichst zu vermeiden", sagte der 2. KVWL-Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann auf der Vertreterversammlung in Dortmund.

Eines ist für ihn ohnehin schon klar: "Mit 1,25 Prozent mehr Honorar kann man keine großen Sprünge machen."

Berechnung der Daten erst nach Quartalsende möglich

Basis der Honorarabrechnung soll die Formel Fallzahl mal Fallwert bleiben. Allerdings plant die KVWL, künftig mit der aktuellen Fallzahl des Arztes oder Psychotherapeuten zu rechnen.

"Damit erhielten wieder alle ein quartalsgerechtes Honorar - und nicht mehr eines, das sich auf Leistungen des Vorjahres-Quartals bezieht", sagte Nordmann.

Den Vorteilen des Aktualitätsbezugs stünden Nachteile gegenüber, räumte er ein. Die Berechnung der exakten Daten wird erst nach Beendigung des Quartals möglich sein.

Die KVWL wolle künftig individuelle Zuweisungsbescheide wie bei den bisherigen RLV vermeiden. Das stehe der Forderung des SGB V nach Kalkulationssicherheit entgegen, sagte Nordmann.

"Deshalb müssen wir ein schlankes Konzept erarbeiten, wie allen Ärzten und Psychotherapeuten künftig Kennzahlen zur Verfügung gestellt werden können, mit denen sie ihre Honorarerwartungen möglichst exakt kalkulieren können."

Konsens gesucht

Nordmann versprach, dass die KV ihre Vorstellungen über die künftige Honorarverteilung möglichst breit diskutieren werde. Dazu gehöre der Austausch mit den Berufsverbänden.

"Wir suchen den Konsens. Wir wollen da wieder ansetzen, wo wir Ende 2008 zwangsweise aufhören mussten."

Die Vertreterversammlung soll am 2. Juni über den Honorarverteilungsmaßstab beschließen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Arzt zieht eine Spritze mit dem Botolinumtoxin auf.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Karriere eines Nervengiftes

Wie gut hilft Botulinumtoxin gegen Nacken- und Gelenkschmerzen?