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Anlagen-Kolumne

Kein "Exit" für die Notenbanken

Die Notenbanken werden ihre Geldpressen nicht stilllegen. Das ist gut und risikoreich für Anleger.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Ein temporärer Zinsanstieg und eine Bemerkung der Regierung in Japan reichten, um den Aktienmarkt an einem Tag von 16.000 auf 14.000 Punkte abstürzen zu lassen. Laut Regierung sei eine weitere Abwertung des Yens nicht geplant.

Dies und neu gedrucktes Geld waren jedoch die einzigen Gründe für den Anstieg des dortigen Aktienmarktes, da die Konjunktur keinen Grund für großen Optimismus gibt.

Bremsmaßnahmen wird es in Japan aber nicht geben, denn bei einer angestrebten Inflation von zwei Prozent gibt es für Investoren wenige Gründe kaum verzinste japanische Anleihen zu halten.

Um starke Kursrückgänge am Markt zu verhindern, ist die japanische Notenbank gezwungen, weiter einzugreifen und damit zusätzliche Liquidität zu schaffen.

Einmalige Börsenlage in USA

Ähnlich ist die Situation in den USA. Die heutige Börsenlage ist daher einmalig in der Wirtschaftsgeschichte. Paradox: Die Risiken sind gerade wegen der hohen Gefährlichkeit dieses Experiments gering, denn den Notenbanken steht die Option eines "Exits" eigentlich gar nicht offen.

Auch wenn in den USA ein Ende der Ankurbelungspolitik an der Börse diskutiert wurde, erscheint dies aus heutiger Sicht ein sehr theoretisches Risiko zu sein.

Die Debatte um eine Reduzierung der Ankurbelungsmaßnahmen dürfte sich wieder umkehren, sobald deutlicher wird, dass die Konjunktur weiterhin sehr fragil ist.

Kurse in Japan dürften wieder steigen

Fazit: Um die guten Gewinne dieses Jahres nicht zu gefährden, scheinen Stop Loss-Limits ratsam, da die Markttechnik in weiten Teilen kurzfristig überhitzt ist. Mittelfristig bleiben Aktien interessant und höhere Kursniveaus sind realistisch.

Nach einer Konsolidierung dürften die Kurse in Japan dank hoher Liquidität (Notenbank hat gerade erst mit ihren Maßnahmen begonnen) und besseren Unternehmensmeldungen ansteigen.

 China dürfte angesichts günstiger Bewertung (nur fast halb so teuer wie ASEAN Länder) und ohne die Abhängigkeit von künstlichen Maßnahmen gut abgesichert sein. Anleihen in den USA, Deutschland und Japan sind unattraktiv und erscheinen rückschlagsgefährdet.

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