Versorgungsgesetz

Medizinprodukte-Hersteller tappen im Dunkeln

Die Hersteller von Stents und Co. wissen noch nicht, was genau der Gesetzgeber von ihnen will.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Hersteller von Medizinprodukten werden auch nach der Verabschiedung des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes noch im Dunkeln tappen, was die vorgesehenen Neuerungen für ihre Branche bedeuten.

"Sie kaufen die Katze im Sack. Das kann ich aber nicht ändern", sagte der CDU-Abgeordnete Friedrich Monstadt bei einer Veranstaltung des Branchenverbands BVMed am Mittwochabend in Berlin.

Grund sind Voraussetzungen für eine Nutzenbewertung von Medizinprodukten sowie Neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB), für die das Gesundheits- und das Forschungsministerium erst bis Ende des Jahres konkrete Kriterien entwickeln sollen.

Im Vorfeld der öffentlichen Expertenanhörungen in der kommenden Woche sind demnach Rechtsbegriffe der aktuellen Fassung des Gesetzentwurfs wie "besonders invasiver Charakter" und "neues theoretisch-wissenschaftliches Konzept" weiterhin unklar. Dies räumte auch Monstadt ein.

Unsicherheit gibt es auch bei der Kontrolle von Medizinprodukten durch die Brüsseler Administration der Europäischen Union. Um Manipulationen wie beim Austausch von hoch- gegen geringwertiges Silikon beim PIP-Skandal zu verhindern, will die Koalition kontinuerliche Handelskontrollen.

Nachdem für Medizinprodukte nicht mehr der Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis (Litauen), sondern Wirtschaftskommissar Jyrki Katainen (Finnland) zuständig ist, steht im Augenblick wohl nicht fest, wie eine europaweit gleich hohe Qualität der Kontrollen durch benannte Stellen hergestellt werden soll.

In Deutschland sind zum Beispiel TÜV und Dekra damit betraut.Am kommenden Mittwoch, 25. März, steht das Versorgungsstärkungsgesetz auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschusses, der Experten dazu anhört. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Europäische Chemiepolitik

Ethanol bleibt in der EU als Desinfektionsmittel zulässig

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Versteckte Zucker

Wie Fruktose den Nieren schadet

Lesetipps
Urinprobe für Harnsäuretests im Labor zur Feststellung von Anomalien im Urin.

© kittisak / stock.adobe.com

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko