Gesundes Kinzigtal

Mit Zielvereinbarungen gesünder leben

Chroniker fühlen sich mit Zielvereinbarungen nicht nur besser betreut. Sie ändern auch eher ihren Lebensstil, wie eine Umfrage im IV-Projekt "Gesundes Kinzigtal" zeigt.

Veröffentlicht:
Das Gewicht im Blick - ein Beispiel für persönliche Zielvereinbarungen.

Das Gewicht im Blick - ein Beispiel für persönliche Zielvereinbarungen.

© viperagp / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Individuelle Zielvereinbarungen spielen für Patienten eine unerwartet große Rolle - so lautet das Fazit des "Gesunden Kinzigtals" zu aktuellen Auswertungen einer Patientenbefragung innerhalb der Integrierten Vollversorgung in Südbaden.

Über 45 Prozent der Befragten, die Zielvereinbarungen geschlossen haben, gaben demnach an, seit ihrer Einschreibung im "Gesunden Kinzigtal" gesünder zu leben. Von den eingeschriebenen Mitgliedern, die keine Ziele vereinbart haben, seien es mit 19,7 Prozent deutlich weniger, berichtet die Management- und Beteiligungsgesellschaft des Projekts, die OptiMedis AG.

Die Ziele können laut OptiMedis vielfältig sein. Denkbar ist etwa eine moderate Gewichtsabnahme, größere Beweglichkeit, weniger oder gar nicht mehr zu rauchen, oder eine gesündere Ernährung.

Für die Untersuchung wurden durch die Abteilung für Medizinische Soziologie der Universität Freiburg insgesamt 3038 der 33.000 AOK- und LVSG-Versicherten der Region Kinzigtal befragt. Sie wurden nach einer Zufallsstichprobe pro Praxis ausgewählt. Rund 23 Prozent der Befragten antworteten auch.

Die Zielvereinbarungen, bei denen Arzt und Patient individuelle Gesundheitsziele für definierte Zeiträume vereinbaren, werden im "Gesunden Kinzigtal" vor allem bei chronisch Kranken eingesetzt.

Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist interessant, dass sich 28,4 Prozent der Patienten, die Zielvereinbarungen abgeschlossen haben, im IV-Projekt besser betreut fühlen als vorher. Bei denjenigen ohne Zielvereinbarung sind es nur 9,7 Prozent.

Für Arztpraxen und Versorgungsstrukturen in Netzen haben die Zielvereinbarungen aber noch einen zusätzlichen Marketingeffekt: Über 61 Prozent der Patienten mit Zielvereinbarungen gaben an, dass sie das Versorgungsmodell "Gesundes Kinzigtal" sicher weiterempfehlen würden. Weitere rund 37 Prozent würden dies wahrscheinlich tun.

Wurden keine Zielvereinbarung mit Zeitangabe vereinbart, liegen die Antworten bei 34,1 Prozent ("Ja, bestimmt") und 55,7 Prozent ("Ja, wahrscheinlich").Bereits seit Anfang 2006 ist im Rahmen des regionalen Versorgungsmodells "Gesundes Kinzigtal" eine integrierte Vollversorgung nach Paragraf 140b SGB V entwickelt worden. (reh)

Mehr zum Thema

Weg in die Öffentlichkeit

Eutiner Ärztenetzwerk spricht über den Klimawandel

DGKiM-Jahrestagung

Wie kann Kinderschutz in der Region funktionieren?

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen