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Naher Osten rüstet im Gesundheitssektor auf

Deutsche Gesundheitsunternehmen sind im arabischen Raum gefragt. Eine stärkere Präsenz deutscher Firmen ist willkommen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
In Dubai wird derzeit ein Präventionszentrum geplant. Hamburger Experten beraten die Investoren aus dem Golfstaat.

In Dubai wird derzeit ein Präventionszentrum geplant. Hamburger Experten beraten die Investoren aus dem Golfstaat.

© Foto: thierry burotwww.fotolia.de

HAMBURG. "Gerade in den arabischen Golfstaaten besteht derzeit noch ein akuter Engpass an einheimischen Fachkräften. Daher sind ein verstärktes deutsches Engagement und ein größeres Angebot deutscher Gesundheitsausbilder von arabischer Seite ausdrücklich erwünscht", sagte Abdulaziz Al-Mikhlafi. Der Generalsekretär der Ghorfa, der arabischen Handelskammer, verwies beim vierten deutsch-arabischen Gesundheitsforum in Hamburg auf die großen Chancen für deutsche Gesundheitsunternehmen im Nahen Osten. In den arabischen Golfstaaten werden die Ausgaben im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2025 voraussichtlich auf 60 Milliarden US-Dollar steigen, heute liegen sie noch bei zwölf Milliarden.

Araber lassen sich gerne in Deutschland behandeln

Ein wichtiges Geschäftsfeld in den Beziehungen zwischen deutschen Gesundheitsunternehmen und dem Nahen Osten ist nach wie vor der Medizintourismus. Allein am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben sich im vergangenen Jahr rund 1000 ausländische Gäste behandeln lassen, die meisten als Selbstzahler. Die ausländischen Patienten sorgten mit sechs Millionen Euro für ein Prozent des Gesamtumsatzes des UKE. 30 Prozent der ausländischen Patienten stammten aus dem arabischen Raum.

Investoren finanzieren Gesundheitsprojekte

Langfristig erwartet Dr. Mathias Goyen einen Rückgang dieser Zahlen, weil immer mehr Länder ihre Gesundheitssysteme ausbauen und leistungsfähiger machen. Goyen setzt deshalb auf den Transfer von Wissen und Erfahrung - ein Feld, das er als Geschäftsführer der UKE-Tochterfirma Consult und Management GmbH (UCM) ausbaut. Die ausländischen Patienten in Deutschland sieht Goyen dabei als "geschätzte Botschafter, da oftmals der Kontakt in den Markt über einen dieser Patienten entsteht".

Die UCM begleitet etwa einen Investor aus Dubai, der ein Präventionszentrum nach Hamburger Vorbild errichten will. Im Jemen unterstützt die Consultgesellschaft die Errichtung eines Polizeikrankenhauses, in Kuwait den Aufbau einer Klinik.

Wie groß die Investitionsfreude in Gesundheitsprojekte im Nahen Osten derzeit ist, verdeutlichte Heinz-Werner Dickmann von der Hamburger Handelskammer. Nach seinen Angaben werden allein in Saudi-Arabien derzeit 83 Krankenhäuser neu- oder ausgebaut. Von deutschen Unternehmen sieht er unter anderem Medizintechnik, Biotechnologie, IT-Leistungen und Beratungen gefragt.

Bei Geschäftsbeziehungen in den arabischen Raum sind persönliche Kontakte wichtig. Die arabischen Vermittler gaben auf dem Gesundheitsforum zu bedenken: "Die arabische Kultur ist eine beziehungsorientierte Kultur, in der zunächst das persönliche Kennenlernen und dann das Geschäft kommt."

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