Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

PJ und BAföG entkoppeln!

Von Anne Zegelman Veröffentlicht:

Jungmediziner müssen bei der Planung ihres Praktischen Jahrs eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Bin ich bereit, für einen überschaubaren Zeitraum wenig bis gar kein Geld für meine Arbeit zu erhalten — wenn ich dafür etwas lerne? Kann ich hinnehmen, dass meine Ausbilder kaum Zeit haben, sich um mich zu kümmern — wenn ich dafür im Alltagsbetrieb mitschwimmen und dabei viel aufsaugen kann? Traue ich es mir zu, ins kalte Wasser zu springen und mehr Verantwortung zu tragen, als ich eigentlich laut Approbationsordnung in meiner Situation tragen dürfte — weil ich weiß, dass der Stress, den ich während des PJ erlebe, der Berufsrealität entspricht?

Neben dieser persönlichen Bereitschaft, im PJ die Zähne zusammenzubeißen, gibt es auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn dass die Miete bezahlt werden muss, ist eben keine Abwägungssache.

Daher ist es an der Zeit, die Aufwandsentschädigung im PJ und den BAföG-Höchstsatz zu entkoppeln. Dann kann jede Klinik selbst festlegen, welcher Betrag ihnen die Arbeit der PJler wert ist. Und die Jungen können entscheiden, ob sie es sich leisten wollen, ihr PJ in einer beliebten Großstadt zu absolvieren, dafür aber ohne Bezahlung nach Hause zu gehen. Oder ob sie doch lieber die zahlende Landklinik vorziehen.

Lesen Sie dazu auch: Junge Ärzte: Als Billiglöhner durchs PJ

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

130. Deutscher Ärztetag

Weiterbildung: Ärztetag räumt in den Gebieten auf

Künftig werden Rollen und Haltungen gelehrt

Die ärztliche Weiterbildung bekommt eine neue Struktur

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte