Anlagen-Kolumne

Vermögensverwalterfonds bekommen Rückenwind

Vermögensverwalter bieten auch für kleinere Budgets reizvolle Fonds.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Unter Anlegern galten sie lange Zeit als Geheimtipp und als Privileg von Millionären. Seit die Abgeltungssteuer die Rendite schmälert, bekommen sie kräftig Rückenwind: Vermögensverwalterfonds. Die Vermögensverwalterfonds sind zwar nicht von der Finanzkrise verschont geblieben. In den letzten Monaten und Jahren haben sich die meisten davon jedoch deutlich besser als die Flaggschiffe der großen Fondsgesellschaften geschlagen. Das macht den Anlegern die Auswahl der Fonds freilich nicht leichter.

Gleich mehrere Gründe sprechen aber für Fonds der Vermögensverwalter: Sie haben in der Regel eigenes Geld im Feuer. Damit stimmen die Interessen des Anlegers eher mit denen des Fondsmanagers überein: wenn möglich kein Geld verlieren. Anders als Fondsmanager der gängigen Aktien-, Rohstoff- und Branchenfonds lassen sich Vermögensverwalter im Regelfall nicht an einem Index messen, sondern streben eine absolute Rendite an.

Wichtig für Anleger: Je breiter die Ausrichtung eines Fonds ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds die mit Blick auf die Marktlage notwendigen Umschichtungen innerhalb des Fonds - steuerlich neutral - vornehmen kann und darf.

Investitions- und Risikoquote lassen den Vermögensverwaltern viel mehr Spielraum, um Chancen auch sehr kurzfristig zu nutzen und Risiken zu begrenzen. Vermögensverwalterfonds erweitern eben typischerweise die Grundsätze der modernen Portfoliotheorie durch Verwendung mehrerer Anlageklassen und Strategieergänzungen. Einige Verwalter verfolgen einen fundamentalen Ansatz, andere setzen auf Markttechnik oder Marktstimmung.

Flache Hierarchien und die Konzentration auf wenige Fonds ermöglichen flexible Entscheidungen. Zudem ist meist der Firmeninhaber der Vermögensverwaltung selbst für das Management mitverantwortlich.

Wie findet man nun den passenden Vermögensverwalterfonds? Neben der persönlichen Eignung des Verwalters und einer entsprechenden Erfahrung im Bereich Vermögensverwaltung, sollte der Verwaltungsfonds mindestens etwa 20 Millionen Euro Volumen aufweisen. Ähnlich wie bei der Auswahl eines Vermögensverwalters stehen natürlich auch bei der Fondsauswahl die persönliche Risikobereitschaft und die Renditeerwartung des Anlegers im Vordergrund.

So breit gefächert wie die Anlagekonzepte der Vermögensverwalter ist auch das Angebot an vermögensverwaltenden Fonds. Clevere Anleger lassen gleich mehrere Verwalter gegeneinander antreten und verteilen ihr Vermögen auf verschiedene vermögensverwaltende Fonds.

Wie bei jeder Diversifikation gilt auch hier: "Wer das Risiko scheut, der streut". Sicher ist nur eins: Die Wahrscheinlichkeit, einen Fondsmanager zu finden, der sein Geld wert ist, ist bei kleinen Häusern größer als bei den Branchenriesen. Denn das sind meist die, die auch eigenes Geld in ihren Fonds anlegen.

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