Gesundheitskarte

Viele Kartenfunktionen taugen nicht im Alltag

BERLIN (gvg). Die Ärzte in der Testregion Flensburg werden bis auf Weiteresdie freiwilligen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nicht mehr testen. Grund ist mangelnde Praxistauglichkeit der bisherigen Konzepte.

Veröffentlicht: 08.04.2008, 14:07 Uhr

Anders als andere Testregionen hat die Region Flensburg mit den freiwilligen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte wie Notfalldatensatz, Arzneimitteltherapie-Sicherheitscheck und elektronische Patientenakte bereits einige Erfahrungen sammeln können. Die verliefen bisher nicht zufrieden stellend. "Deshalb setzen die Flensburger Ärzte die weitere Testung der freiwilligen Anwendungen aus, bis die anderen Testregionen hinreichend eigene Erfahrungen gesammelt haben", heißt es in einem Brief. Auch auf der Gesundheits-IT-Messe conhIT in Berlin wurde der Flensburger Entschluss diskutiert.

Konkret kritisieren die Flensburger Kollegen, dass Patienten verpflichtend eine Geheimnummer (PIN) eingeben müssen, wenn sie freiwillige Anwendungen der Gesundheitskarte nutzen. Sie fordern als Alternative eine Option, die PIN abzuschalten, wenn der Patient das möchte. Ebenfalls kritisiert wird der Notfalldatensatz. Er sei "in der jetzigen Form sinnlos", heißt es in einem weiteren Brief, weil die Informationen nicht umfangreich genug seien. Die Flensburger Ärzte fordern Diagnosen inklusive ICD-Schlüssel, Allergie- und Impfpass sowie sämtliche Dauermedikamente als Zusatzinformationen.

Unklar sei beim Notfalldatensatz zudem die Haftung: So verantworte der Kollege, der die Notfalldaten zuletzt geändert hat, deren Richtigkeit. Das werde spätestens nach dem ersten Haftungsprozess kein Kollege machen, weil er im Zweifelsfall die alten Daten gar nicht prüfen könne.

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