Anlagen-Kolumne

Vorsichtige Anleger denken an den Exit

Die Zeit bis zu den Zinserhöhungen dauert nicht mehr ewig. Gerade vorsichtige Anleger sollten daher langsam über eine Reduzierung ihrer Anlagequoten in Aktien nachdenken.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

In den vergangenen zwei Wochen ist der Dax um rund sieben Prozent gestiegen. Die 200-Tage-Linie wurde nicht gebrochen. Nun stellt sich die Frage, ob im April die Kurse weiter steigen. Statistisch ist der April in den USA der beste Monat des Jahres.

Bricht der Dax über den viel beachteten Widerstand von 9600-9700 Punkten aus, dürfte das nächste reflexartige Kursziel der Anleger 10.000 Punkte lauten, ohne dass dies irgendeine Relevanz hätte. Anleger mögen einfach runde Marken.

Umfragen zeigen, dass zwar der Optimismus in Deutschland zugenommen, aber noch kein Extremniveau erreicht hat; in den USA ist er höher. Unterteilt man die Erwartungen deutscher Investoren in kurzfristig (1 Monat) und mittelfristig (6 Monate), dann schwindet die Zuversicht auf mittlere Sicht deutlich.

Die momentanen Käufe werden also nicht von strategischer Überzeugung getragen. Verständlich, denn inzwischen ist klar, dass die Zeit bis zu den ersten Zinserhöhungen nicht mehr ewig dauert.

Die Aussagen der US-Notenbank werden deutlicher, sodass es nicht mehr darum geht, ob, sondern nur wann und wie stark erhöht wird. Im Moment steht Frühjahr 2015 im Raum.

Da also bis zu den ersten Zinserhöhungen noch etwa ein Jahr vergeht, wird das schon überstrapazierte Argument der Alternativlosigkeit vorerst weiter tragen: Verwalter von Vermögen weltweit sind auf der Suche nach rentierlichen Anlagen und kommen dabei an Aktien einfach nicht vorbei. Dass die Bewertungen nicht mehr günstig sind, wird kaum jemand bestreiten.

Fazit: Solange man sich bewusst ist, dass die fundamentale Basis für heutige Investments auf Sicht von 12-24 Monaten eher auf tönernen Füßen steht und man bereit ist, auch kurzfristig die Reißleine zu ziehen, sind Aktien noch eine Alternative. Für antizyklische und vorsichtige Investoren wäre dagegen eine Reduzierung der Investitionsquote ratsam.

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