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Strom optimiert Hand-Reha nach Apoplex

Ist nach Schlaganfall eine Hand teilweise gelähmt, verbessern hochfrequente Reize an der Hand den Reha-Erfolg. Das gilt für die sensorische wie für die motorische Funktion.

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Nach Schlaganfall wird Schreiben geübt. Zusätzlich hochfrequente Stromimpulse an Handnerven steigern den Reha-Erfolg. " Illian

KÖLN (mut). Über eine hochfrequente Stimulation der Fingernerven lässt sich der Reha-Erfolg nach Schlaganfall deutlich steigern, hat Professor Hubert Dinse vom Uniklinikum Bochum berichtet. Er stellte auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) in Köln Daten einer Studie mit Patienten vor, bei denen nach einem Thalamus- oder Mediainfarkt eine Hand teilweise gelähmt war.

Im Schnitt knapp sechs Wochen nach dem Ereignis startete die Reha. Ein Teil der Patienten erhielt eine Standard-Reha mit Ergotherapie, Physiotherapie und Heilpädagogik, die übrigen bekamen ebenfalls die Standard-Reha, aber zusätzlich eine passive Stimulation. Die Finger der betroffenen Hand werden dabei hochfrequent intermittierend gereizt.

Stimuliert wird mit 20 Impulsen pro Sekunde

Stimuliert wird elektrisch oder aber taktil über Membranen. In der Regel erhalten die Patienten 20 Impulse pro Sekunde mit einer Dauer von jeweils 200 Mikrosekunden. Jeder bekam zehn Therapiesitzungen innerhalb von zwei Wochen, jede Sitzung dauerte 45 Minuten.

Vor und nach der Therapie überprüften die Neurophysiologen mit unterschiedlichen Tests die sensorische und motorische Funktion. Das Ergebnis fassten sie in einem Performance-Index zusammen (Bandbreite 0 bis 100 Prozent).

Dabei ergaben sich bei Standard-Reha kaum Unterschiede bei den sensorischen Fähigkeiten: Der Wert lag zu Beginn bei etwa 67 Prozent, zwei Wochen später bei etwa 70 Prozent. Dagegen besserte er sich in der Gruppe mit zusätzlicher Stimulation von etwa 67 auf knapp 80 Prozent.

Die motorische Leistung nahm bei Standard-Reha zwar deutlich von 60 auf knapp 70 Prozent zu, doch auch hier war der Erfolg mit zusätzlicher Stimulation besser (Anstieg von 60 auf etwa 80 Prozent).

Auch mehrere Jahre nach Schlaganfall noch Erfolge

In anderen Studien kam es auch bei Patienten mehrere Jahre nach dem Schlaganfall noch zu sensomotorischen Verbesserungen, wobei die Patienten hier über Monate hinweg stimuliert wurden. Eine solche Langzeittherapie sei kein Problem, so Dinse, da der Stimulator sehr klein ist und auch zuhause von den Patienten leicht angewandt werden kann.

Diese können sich nebenbei mit anderen Dingen beschäftigen, sie müssen sich nicht auf die Stimulation konzentrieren. In Studien war der Erfolg bei aufmerksamen und abgelenkten Patienten gleich groß.

Die bei der passiven Stimulation verwendeten Frequenzen und Zeitabstände basieren auf Erkenntnissen der neurophysiologischen Grundlagenforschung. Sie entsprechen weitgehend Protokollen, die zur Bildung von Langzeitpotenzialen und zur Erhöhung der neuronalen Plastizität optimiert wurden.

Stromstimuli aktivieren Hirnareale

Durch die Stimulierung der Fingernerven kommt es zu einer repetitiven Aktivierung in den sensorischen Hirnbereichen, zu einer "Injektion von Aktivität in fokussierte Gehirnareale", so Dinse. Die Verbindungen zwischen taktilen sensorischen und motorischen Arealen werden ebenfalls verstärkt.

Makroskopisch drückt sich das in einer Reorganisation der jeweiligen Hirnareale aus, die mit bildgebenden Verfahren gemessen werden kann. Je stärker der Umbauprozess, umso besser können Patienten später mit der betroffenen Hand wieder Sinneseindrücke wahrnehmen, Gegenstände ertasten, greifen und bewegen.

Die Studie wurde in Kooperation mit Professor Martin Tegenthoff vom Neurologischen Universitäts- und Poliklinik Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil gemacht.

Quelle: www.springermedizin.de

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