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Im Herzen

Ultraschall spürt Amyloid auf

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HEIDELBERG. Forscher in Heidelberg haben ein Ultraschallverfahren entwickelt, das Amyloidablagerungen im Herzen früher und zuverlässiger anzeigt als gängige Methoden.

Diesen diagnostischen Vorteil belegten sie in einer Studie zu Leichtketten-Amyloidose (JACC 2012; 60(12): 1067-76), einer seltenen Knochenmarkserkrankung, teilt das Universitätsklinikum Heidelberg mit.

Nun hofften sie, durch eine eher einsetzende Behandlung die fortschreitende Schädigung des Herzens länger hinauszögern zu können.

Erkrankung bisher nicht heilbar

Die systemische Leichtketten-Amyloidose wird durch eine Erkrankung des Knochenmarks (zum Beispiel Multiples Myelom) verursacht: Dort bilden krankhaft veränderte Immunzellen fehlerhaft geformte Eiweiße - die namensgebenden Leichtketten - und geben diese ins Blut ab.

Mit der Zeit lagerten sich die Eiweiße als Amyloid in verschiedenen Organen ab und schädigten diese nachhaltig, heißt es in der Mitteilung des Uniklinikums.

Nach Schätzungen der Heidelberger Amyloidose-Experten wird die bisher unheilbare Erkrankung jährlich bei rund 800 Menschen in Deutschland diagnostiziert; bei mehr als der Hälfte der Patienten ist besonders das Herz betroffen.

Die etablierte Behandlung besteht darin, die krankhaft veränderten Knochenmarkszellen durch eine Chemotherapie abzutöten und so die weitere Bildung von Amyloid zu verringern oder zu stoppen. Dies gelingt bei ungefähr der Hälfte der Patienten.

Da das bereits vorhandene Amyloid vom Körper aber nur in geringem Maße abgebaut wird und es derzeit auch kein Behandlungsverfahren gibt, um es zu lösen, können sich Herz und andere Organe nicht erholen und bedürfen zusätzlicher Therapien.

Frühere Diagnose kann Herz länger funktionsfähig halten

Häufig wird der Herzbefall erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da der Funktionsverlust schleichend und ohne spezifische Symptome verläuft.

Das Herz ist dann bereits schwer geschädigt und krankhaft verändert, die Patienten sterben durchschnittlich innerhalb eines Jahres an Herzversagen.

"Bei einer früheren Diagnose könnten wir das Herz zum Beispiel mit Medikamenten besser unterstützen und es so eventuell länger funktionsfähig erhalten", wird Professor Stefan Hardt, Geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, in der Mitteilung zitiert.

Die bisher gängigen Ultraschallverfahren erfassen nachlassende Pumpkraft oder Verdickungen des Herzmuskels, beides erste Anzeichen eines bereits geschwächten Herzens.

Zustand des Herzens kann besser beurteilt werden

Mit der neuen Methode der Ultraschalldiagnostik, der sogenannten Deformationsanalyse, wird gemessen, wie sich der Herzmuskel während der Kontraktion verformt. Lagert sich Amyloid ab, versteift der Muskel und kann sich nicht mehr gleichmäßig kontrahieren.

"Das lässt sich bereits erkennen, bevor die Herzschwäche einsetzt", erklärt Dr. Sebastian Buß, der für die Arbeit mit dem Wilhelm P. Winterstein Preis ausgezeichnet wurde.

Zusätzlich können die Mediziner mit dem neuen Verfahren den Zustand des Herzens und damit die Prognose des Patienten genauer beurteilen als bisher.

Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob eine frühere und genauere Diagnose die Behandlung der Herzamyloidose verbessern und die Überlebenszeit der Patienten verlängern kann. (eb)

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