Ärzte Zeitung, 22.04.2014

Schwerstverletzte

Die Niere trickst die Prognose aus

WIESBADEN. Nierenversagen und Hämodialysen scheinen Risikoscores zur Überlebensprognose von Schwerverletzten zu unterlaufen. Darauf deutet eine Untersuchung der Uniklinik Regensburg, die beim DINK in Wiesbaden vorgestellt wurde (DINK 2014; Poster 7).

Die Ärzte hatten die RISC-Scores von 405 Polytrauma-Patienten mit dem tatsächlichen Überleben verglichen. Der RISC (Revised Injury Severity Classification) errechnet anhand von Punktwerten zahlreicher Parameter die Wahrscheinlichkeit des Überlebens von Verletzungspatienten.

Bei dem Vergleich zeigte sich, dass Patienten mit Nierenversagen oder an der Dialyse signifikant häufiger starben, als der Score es vorhergesagt hatte. Die Forscher sprechen von "unerwartet Verstorbenen". Tatsächlich erhebt der RISC keine Werte, die auf die Nierenfunktion schließen lassen könnten. (nös)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »