Ärzte Zeitung, 30.05.2005

Notebook oder Desktop-PC - der Kostenvergleich lohnt sich

Die tragbaren Rechner sind zwar in der Regel teurer als herkömmliche PC, doch bei den Gesamtkosten können sich Vorteile ergeben

NEU-ISENBURG (geo). Bei den heutigen Preisen für Laptops lohnt sich ein Preisvergleich zur Installation rein Laptop-basierter EDV mit bisherigen Desktop-Systemen. Laptops sind zwar nach wie vor etwas teurer, die bessere Flexibilität bringt jedoch unter Umständen auch wirtschaftliche Vorteile  - auch beim Einsatz in der Arztpraxis.

Notebooks sind so leistungsfähig wie Desktop-PC, auch in der medizinischen Anwendung. Sie sind allerdings nicht so haltbar. Foto: LBK

Übliche Laufzeiten von EDV-Systemen in der Industrie sind vier bis fünf Jahre. Die meisten Praxen verwenden ihre Systeme deutlich länger. Spätestens mit Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist bei vielen Praxen und auch Krankenhäusern eine Systemerneuerung fällig. Doch die Entwicklung wird nicht mit der Einführung der Gesundheitskarte zu Ende sein. Abzusehen sind vielmehr kürzere Systemlaufzeiten auch im Gesundheitswesen.

Auch Kosten für die Wartung und Vernetzung zählen mit

Laptops oder Notebooks - oder auch die kleineren Notepads - können sinnvoll sein, wenn man die Gesamtkosten für Vernetzung, Wartung und doppelte Rechner in Praxen und zu Hause kalkuliert. Außerdem: Jeder aktuelle Laptop hat heute WLAN, den Funkstandard für Netzwerke, integriert.

Einen Internetanschluß und Router mit WLAN-Funktionalität vorausgesetzt, kann man sich eine umständliche Verkabelung der Praxis ersparen. Wenn der Praxis-EDV-Hersteller das Funknetz gut gegen Zugriffe von außen absichert, kann das durchaus eine sinnvolle Alternative sein.

Denn zusätzlich kann das System flexibel innerhalb der Praxis transportiert werden, also von einem Sprechzimmer ins andere. Anwender können nicht zuletzt Befunde auch einmal nach Feierabend zu Hause eingeben, ohne daß dort ein weiterer PC benötigt wird. Da alle fast aktuellen Laptops über brauchbare DVD-Brenner für wiederbeschreibbare Medien verfügen, ist die Datensicherung genau so schnell und einfach erledigt, wie bei herkömmlichen Systemen.

Bei der Sicherheit kommt es auf die Konfiguration an

Einzig die nötige Onlinesicherung verlangt etwas Aufmerksamkeit. Nur, wenn die WEP-Verschlüsselung richtig aktiviert ist und die MAC-Adressen von Laptop und Router aufeinander abgestimmt sind, ist eine sichere Funkübertragung möglich. Entsprechende Hinweise zur Konfiguration finden sich in Computerzeitschriften, können aber auch dem Vertriebspartner des Praxissoftware-Anbieters überlassen werden.

Für den harten mobilen Einsatz, etwa im Rettungsdienst, sind besonders robuste Geräte verfügbar, die preislich leider deutlich über den üblichen Angeboten bei Fachhandelsketten oder Discountern liegen. Beispielsweise die Toughbook-Serie von Panasonic verkraftet laut Hersteller einen kräftigen Fall im laufenden Betrieb und ist gegen Wasser geschützt.

Zwei Nachteile seien jedoch nicht verschwiegen. Laptops haben eine kürzere Lebenszeit als Desktop-PC, also herkömmliche Computer. Die meisten Hersteller garantieren eine Ersatzteilversorgung nur über vier oder fünf Jahre. Nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistung sind zudem im Vergleich zu Desktops höhere Reparaturkosten einzurechnen.

Wo jeder Desktop mit Standardkomponenten wieder zum Leben erweckt werden kann, braucht ein Laptop oft firmenspezifische Ersatzteile, die preislich meist im oberen Segment liegen. Auch sind einige Hersteller tendenziell fehleranfälliger, was bis zu sieben Prozent Ausfallzeit schon während der Garantie führt, wie Untersuchungen ergeben haben.

Dafür gibt es häufig einen sehr schnellen Austauschservice, der Geräte binnen Tagen abholt und repariert zurückliefert - wenn das der Praxis-EDV-Anbieter nicht ohnehin schneller erledigt. Beim Ausbau oder bei der Anpassung der EDV in der Praxis sollte die Option Notebook daher auf jeden Fall geprüft werden.

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