Ärzte Zeitung, 09.03.2010

Allein und plötzlich krank - in Bremen ist die Hilfe nah

Auf der Straße gestürzt, Bein gebrochen, ab in die Klinik. Wer bringt alleinstehenden Senioren dann den Pyjama und die Zahnbürste ins Krankenhaus?

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Ein Rezept einlösen, das kann zum Problem werden. © imago

BREMEN (stg). In Bremen gibt es künftig eine einfache Antwort auf die Frage, wer alleinstehenden Senioren im Notfall hilft: Die Gewoba, größte Bremer Wohnungsgesellschaft mit über 40 000 Mietwohnungen, und der Dienstleister "mein zuhause" haben kürzlich ein nach eigenen Angaben bundesweit einzigartiges Modellprojekt zur Versorgung vor allem älterer Menschen gestartet.

In zunächst zwei Stadtteilen, später auch in ganz Bremen, können Gewoba-Mieter sich an eine ständig besetzte Zentrale wenden und sich Serviceleistungen vermitteln lassen. Das gilt nicht nur für plötzliche Klinikeinweisungen, sondern auch für alltägliche Probleme: Die Helfer holen Rezepte vom Arzt, waschen Wäsche, hängen Gardinen auf oder besorgen auch mal Mitspieler für eine Skatrunde. So sollen auch alleinstehende Menschen die Chance bekommen, bis ins hohe Alter selbstbestimmt in der gewohnten Umgebung zu leben.

Das neue Angebot namens "Saluto" entstand aus einem von der Stadt Bremen geförderten Projekt, bei dem Pflegedienste unter wissenschaftlicher Begleitung neue Dienstleistungen entwickelten. Noch bis Herbst fließen Zuschüsse der EU. Geld gibt es auch von der Gewoba und von jenen Dienstleistern, die von der Koordinierungszentrale mit den Aufträgen betraut werden und dafür eine kleine Provision entrichten sollen, wie die stellvertretende Projektleiterin, Diplom-Pflegewirtin Susanne Sünderkamp, berichtet. Die Kunden müssen nichts an die Zentrale zahlen, sondern nur die bestellten Hilfstätigkeiten vergüten - sofern die vermittelten Helfer nicht sogar ehrenamtlich arbeiten.

"Saluto" soll nicht nur bei plötzlichen Erkrankungen helfen, sondern auch bei geplanten Klinikaufenthalten: Bisher kommt es nach Angaben von Sünderkamp gelegentlich vor, dass alleinstehende Senioren einen OP-Termin platzen lassen, "weil ihnen ihr Haustier wichtiger ist". Um dessen Versorgung könnte sich künftig "Saluto" kümmern.

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