Ärzte Zeitung, 14.06.2011

Ein Treffen mit den "genetischen Zwillingen"

Für Menschen mit Leukämie ist die Stammzellenspenderdatei der DKMS der Lebensretter. Zum 20-jährigen Bestehen der DMKS konnten nun ehemalige Leukämiepatienten ihre Lebensretter treffen.

Von Eugenie Wulfert

Ein Treffen mit den "genetischen Zwillingen"

Sind von Anfang an mit dabei: DKMS-Gründer Peter Harf (links) und Professor Gerhard Ehninger (rechts) sowie die ehemalige Geschäftsführerin Claudia Rutts (zweite von links) bei der Feier in Berlin.

© Frank Bauchspiess (2)

BERLIN. Mit einem ersten Treffen von 25 geheilten Leukämiepatienten mit ihren Lebensrettern hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ihren zwanzigsten Geburtstag gefeiert.

"Die 25 Stammzellenspender mit 'ihren‘ Patienten stehen stellvertretend für die 25.000 Menschen, denen die DKMS seit ihrem Bestehen geholfen hat", sagte der Mitbegründer der Initiative Professor Gerhard Ehninger bei einer Feier in Berlin.

"Als wir angefangen haben, gab es in Deutschland nur 3000 Freiwillige, die als Spender zur Verfügung standen", erinnerte Peter Harf an die Anfänge der DKMS. Er gründete die Initiative 1991, als seine Ehefrau Mechthild an Krebs erkrankt gewesen war.

Sie hat nicht überlebt. Dennoch machte Harf weiter. Mittlerweile ist die DKMS nach eigenen Angaben mit 2,4 Millionen registrierten Spendern die größte Stammzellenspenderdatei der Welt.

Ein Treffen mit den "genetischen Zwillingen"

Dem Berufsfeuerwehrmann Markus Gerlach konnte mit einer Spende das Leben gerettet werden.

Einer davon rettete Markus Gerlach aus Wuppertal das Leben. Vor zweieinhalb Jahren erkrankte der heute 29-Jährige an Leukämie. "Diese Diagnose war für mich ein Schock", erinnert er sich. Der nächste Rückschlag: Der Bruder und die Schwester kamen für eine Spende nicht in Frage.

Aber nur drei Monate später konnte mithilfe von DKMS für den Berufsfeuerwehrmann der "genetische Zwilling" gefunden werden. "Es hat mich motiviert, trotz der vielen kräftezehrenden Behandlungen durchzuhalten", so Gerlach. Heute arbeitet er wieder bei der Wuppertaler Feuerwehr.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Nur ein Drittel findet passende Spender in der Familie. Denn für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen.

Für 20 Prozent der Patienten kann auch die DKMS keinen passenden Spender finden. Deshalb sieht Ehningernoch immer großen Handlungsbedarf. Auch Peter Harf sagte: "Jeder, der gerettet werden kann, muss gerettet werden".

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