Ärzte Zeitung, 08.12.2011

Asche von US-Soldaten auf Müllkippe gefunden

WASHINGTON (dpa). Das US-Militär hat nach einem Bericht der "Washington Post" die Asche eingeäscherter Leichenteile von mindestens 274 US-Soldaten auf einer Müllkippe entsorgt.

Zuständig war demnach die Luftwaffe, die das Militär-Leichenschauhaus in Dover (Delaware) betreibt. Hier werden Kriegstote identifiziert, bevor sie in die Obhut ihrer Familien gegeben werden.

Der Zeitung zufolge, die sich auf Angaben der Air Force beruft, handelte es sich um "Fragmente" von offenbar stark verstümmelten Leichen.

Die Asche sei vermischt mit verbrannten medizinischen Abfällen auf eine Müllhalde im US-Staat Virginia gebracht worden. Das Militär habe diese Praxis nach vier Jahren 2008 beendet. Seitdem würden die eingeäscherten Überreste auf See bestattet.

General: Information an Angehörige nicht nötig

Die Hinterbliebenen hätten nichts von der Entsorgung auf der Müllkippe gewusst, schrieb die "Washington Post" weiter. Sie zitierte einen Luftwaffen-General mit den Worten, dass es auch gar nicht nötig gewesen sei, sie zu informieren.

Die Familien hätten schriftlich erklärt, dass sie nicht unterrichtet werden wollten, wenn zusätzliche Leichenteile ihres Angehörigen identifiziert würden. Zugleich hätten sie grünes Licht für eine "angemessene Beseitigung" gegeben.

Nach Angaben der Zeitung wurde laut Unterlagen in Dover auch die Asche von fast 1800 nicht identifizierten Leichenteilen auf die Müllhalde gekippt.

Erst im November war das Leichenschauhaus in die Schlagzeilen geraten: Wie bekanntwurde, verschwanden mehrere Leichenteile aus Kühlfächern. Andere lagerten dort monate- oder gar jahrelang, bis sie identifiziert wurden.

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