Ärzte Zeitung, 19.04.2012

Vivantes schasst prominente Chefärztin

Das größte kommunale Klinikunternehmen Deutschlands Vivantes Berlin hat seine Chefärztin der Orthopädie in den Vivantes-Kliniken Friedrichshain und Urban Professor Karin Büttner-Janz fristlos entlassen und mit einem Hausverbot belegt.

Vivantes schasst prominente Chefärztin

Karin Büttner-Janz erreichte bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München das Finale am Stufenbarren.

© dpa

BERLIN (ami). Die Entlassung der renommierten Orthopädin und früheren DDR-Spitzensportlerin Professor Karin Büttner-Janz hat nach Angaben des Klinikkonzerns Vivantes nichts mit einer gleichgeschlechtlichen Beziehung der Ärztin im Unternehmen zu tun.

Das teilte Vivantes-Sprecherin Kristina Tschenett am Mittwochabend in Reaktion auf ein Statement der Anwälte der Ärztin mit.

"Kündigungsgrund war eine Mail an den Aufsichtsrat, die nach unserer Auffassung den Tatbestand der Verleumdung und der üblen Nachrede erfüllt", so Tschenett weiter.

Die Anwälte hatten vorher die Information verbreitet, dass die Konzernleitung der Chefärztin der Orthopädie in den Kliniken Friedrichshain und Urban im März die Kündigung nahegelegt habe, weil sie seit einem Jahr eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu einer Mitarbeiterin auf Führungsebene unterhalten haben soll.

Kündigungsschutzklage eingereicht

Die 60-jährige Ärztin, die ein internationales Patent auf eine künstliche Bandscheibe hat, habe dagegen eine Kündigungsschutzklage eingereicht, so die Anwälte weiter. Der Konzern hat der Ärztin zudem Hausverbot erteilt.

Vivantes hatte zuvor Spekulationen zurückgewiesen, die Kündigung hänge mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Büttner-Janz und weitere Mitarbeiter zusammen. Diese stehen unter dem Verdacht des Abrechnungsbetrugs in den Medizinischen Versorgungszentren des Konzerns.

Der Fall hat Aufsehen erregt, weil Büttner-Janz in jungen Jahren Weltmeisterin im Turnen gewesen ist. Vivantes ist Deutschlands größter kommunaler Klinikkonzern.

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