Ärzte Zeitung online, 13.07.2018

Ab ins Finale

Bühne frei für die Helden der WM!

Die Spannung steigt: Frankreich gegen Kroatien – wer hätte wohl diese WM-Endspielpaarung vorausahnen können? Alles ist bereitet für das große Finale am Sonntag.

133a2201_8047433-A.jpg

Will mit Kroatien auch beim WM-Finale am Sonntag gegen Frankreich jubeln: Mario Mandzukic nach dem Halbfinal-Siegtor zum 2:1 gegen England.

© picture alliance / Photoshot

Der Stolz einer vom WM-Glück berauschten Nation soll Kroatiens Helden jetzt auch an die Spitze der Fußball-Welt tragen.

Trainer Zlatko Dalic hatte nach dem Halbfinal-Triumph gegen England zur Pressekonferenz das rot-weiße Karo-Trikot als Signal an das freudetrunkene Vier-Millionen-Volk übergestreift, Kapitän Luka Modric sagte: "Kroatien ist im Moment der Wahnsinn."

In der Heimat tanzten Hunderttausende auf den Straßen, die Boulevardzeitung "24sata" jubelte am Donnerstag: "Wir greifen nach Gold."

Im Endspiel von Moskau am Sonntag gegen Frankreich wollen die Kroaten nun Revanche für 1998 und erstmals in ihrer Geschichte den WM-Pokal hochhalten.

"Jeder erinnert sich in Kroatien an dieses Spiel", sagte Dalic. "Vielleicht hat uns der liebe Gott ja die Möglichkeit gegeben, dieses Ergebnis zurechtzurücken."

Vor 20 Jahren hatte Kroatien im Stade de France von Paris im Halbfinale eine 1:2-Niederlage gegen den WM-Gastgeber erlitten. Das Spiel um Platz drei gegen die Niederlande gewann die Mannschaft dann mit 2:1 - ein schwacher Trost.

"In uns steckt noch Kraft"

Nun hat die goldene Generation um Modric das bis dato erfolgreichste Team um Torjäger Davor Suker übertrumpft und kann ihren Siegeszug nach drei Spielen mit Verlängerung in der K.o.-Phase im Finale am Sonntag (17.00 ZDF) krönen.

"Wir sind die Feurigen, wir sind nicht normal. Wir haben Geschichte geschrieben", sagte Torhüter Danijel Subasic, dem ein Elfmeterschießen dieses Mal gerade noch erspart geblieben war. "Kroatien brennt und wir sind noch nicht ausgebrannt. In uns steckt noch Kraft."

Zum dritten Mal hatte das Dalic-Team auch einen Rückstand wettgemacht und drehte die Partie in Moskau durch Tore des früheren Dortmunder Meister-Kickers Ivan Perisic (68. Minute) und des ehemaligen FC Bayern-Stürmers Mario Mandzukic (109.).

"Was wir für unser Land schaffen, ist fantastisch", sagte der Chefcoach mit glänzenden Augen und lobte immer wieder den Charakter seines Teams. "Ich wollte auswechseln, aber keiner wollte runter. Zwei Spieler haben mit einem halben Bein gespielt. Ich bin so stolz, keiner hat aufgegeben."

Auch Kroatiens Co-Trainer Ivica Olic, der einst ebenfalls in der Bundesliga spielte, schüttelte fassungslos den Kopf: "Unser Traum geht weiter." Die französische Zeitung "Le Figaro" schrieb von einem "noch nicht da gewesenen Finale, das verspricht, spektakulär zu werden.

In der Linie des alten Jugoslawiens verfügt Kroatien in der Tat über ein talentiertes und verführerisches Team, das in der Lage ist, den Franzosen Probleme zu bereiten."

Lehren aus verlorenem EM-Finale ziehen

Frankreichs Nationalspieler wollen unterdessen von einer Favoritenrolle im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Kroatien nichts wissen. "Daran denken wir nicht", betonte Mittelfeld-As Paul Pogba am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im WM-Camp in Istra.

"Man hat bei diesem Turnier gesehen, dass man der Favorit sein und trotzdem ausscheiden kann", sagte Manndecker und Halbfinal-Torschütze Samuel Umtiti: "Wir machen uns diesen Druck nicht."

Auch die Tatsache, dass die Kroaten einen Tag weniger zur Erholung von ihrem spektakulären 2:1-Sieg am Mittwochabend gegen England nach Verlängerung haben, sehen die Franzosen nicht zwangsläufig als Vorteil an. "Sie sind sehr entschlossen", meinte Pogba.

Die Franzosen waren bekanntlich bereits am Dienstag durch einen 1:0-Erfolg gegen Belgien ins Endspiel am Sonntag im Moskauer Luschniki-Stadion eingezogen. Vor allem das verlorene Finale bei der Heim-EM 2016 ist den Spielern der Équipe tricolore ein warnendes Beispiel.

Damals unterlag Frankreich Portugal nach Verlängerung mit 0:1. "Nachdem wir Deutschland (im Halbfinale) geschlagen hatten, dachten wir, wir haben es geschafft. Den Fehler machen wir hier nicht, dieses Spiel werden wir anders angehen", sagte Pogba. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »