Ärzte Zeitung, 18.10.2010

Brüderle will Datenbank für ausländische Abschlüsse

Die Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte. Die sollen nun aus dem Ausland kommen.

Brüderle will Datenbank für ausländische Abschlüsse

Rainer Brüderle (FDP), Bundeswirtschaftsminister.

© Müller-Stauffenberg / imago

BERLIN (sun). Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Datenbank angekündigt, in der ausländische Bewerber ihre Ausbildungsabschlüsse bewerten lassen können. Damit will das Ministerium dem drohenden Fachkräftemangel begegnen. Das Ministerium betonte, bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels zweigleisig fahren zu wollen: "Wir müssen inländische Potenziale besser ausschöpfen und durch intelligente Integrationspolitik ausländische Fachkräfte gewinnen", sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle in Berlin.

Die Regierung plant daher, Berufsabschlüsse von bereits in Deutschland lebenden Zuwanderern schneller anzuerkennen: Dies gelte für Migranten ohne ausreichenden Abschluss, aber auch für gut Qualifizierte, deren ausländische Abschlüsse nicht immer anerkannt werden. Von den kürzeren Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Qualifikationen erhofft sich das Ministerium auch eine bessere gesellschaftliche Integration der Migranten.

Im Jahr 2007 hatten 38 Prozent der 25- bis 64-Jährigen Migranten keine abgeschlossene Berufsausbildung. Sechs Millionen Menschen mit Migrationshintergrund verfügten über einen beruflichen Abschluss aus ihrem Herkunftsland. Nach Angaben des Ministeriums könnte Deutschland bis zum Jahr 2050 durch eine bessere Integration von Migranten ins Bildungssystem sowie den Arbeitsmarkt zusätzliche Erträge von 164 Milliarden Euro erwirtschaften.

Darüber hinaus solle auch der Beschäftigungsstandort attraktiver werden, so die Forderung aus dem Ministerium. Allein in den letzten fünf Jahren seien 25 000 Ärzte aus Deutschland abgewandert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freunde hinterlassen Spuren im Gehirn – Rauchen auch

Sport, Alkohol, soziale Kontakte – die Lebensführung spiegelt sich im Gehirn wieder, so eine Studie. Und: Raucherhirne laufen auf Hochtouren. Doch das ist nicht positiv gemeint... mehr »

Schwerionen überwinden Tumor-Resistenz

Eine Bestrahlung mit Schwerionen bei Glioblastom kann offenbar auch sehr resistente Krebszellen abtöten. Damit könnte die Schwerionen-Bestrahlung die bessere Alternative zu Photonen sein. mehr »

Die Delegations-Hochburgen in Deutschland

Hausbesuch von NäPA oder VERAH? Geriatrisches Basisassessment durch MFA? Die Neigung von Ärzten, Arbeit zu delegieren, variiert zwischen den Regionen stark. Wie groß die Unterschiede sind, zeigt unsere Karte des Monats. mehr »