Ärzte Zeitung, 07.06.2011

Zahl der Abtreibungen ist in Sachsen rückläufig

Schwangerschaftskonfliktberatungen werden in Sachsen stärker wahrgenommen. Das könnte Ursache dafür sein, dass die Zahl der Abtreibungen seit Jahren sinkt.

DRESDEN (tt). Die Zahl der Abtreibungen in Sachsen ist in den vergangenen Jahren gesunken. Seit 2005 habe sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche von 6624 auf 5884 reduziert, teilte das sächsische Sozialministerium mit.

In fast allen gemeldeten Fällen konsultierten Frauen zuvor eine Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle. "Medizinische und kriminologische Indikationen waren in zirka drei Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch", erklärte das Ministerium.

Gesundheitsministerin Clauß: "Anzahl viel zu hoch"

Die Anzahl der Abbrüche bei Mädchen unter 18 Jahren sei ebenfalls in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Mit einem Anteil von 3,3 Prozent liege Sachsen hier unter dem Bundesschnitt von 4,1 Prozent.

Trotzdem sei "die Anzahl der Abbrüche insgesamt viel zu hoch", kommentierte Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) die Zahlen. "Eine Reduzierung der Beratungskapazität, die derzeit auf Bundesebene diskutiert wird, kann daher von Sachsen nicht unterstützt werden."

Im Freistaat gibt es insgesamt 72 Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen. Diese werden, so das Ministerium, mit "steigender Tendenz" aufgesucht.

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