Ärzte Zeitung online, 30.12.2014

Leukämie

So viele Knochenmarkspender wie noch nie

Noch nie sind in Deutschland so viele Stammzellspender zur Hilfe von Blutkrebspatienten registriert worden wie 2014, meldet das ZKRD.

ULM. Rekordhilfe für Blutkrebs-Patienten: Rund 695.000 Menschen haben sich in den vergangenen Monaten erstmals typisieren lassen, teilte das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm mit.

Ein solches Ergebnis sei in den 22 Jahren, in denen es das ZKRD gibt, nicht erreicht worden, sagte Geschäftsführer Carlheinz Müller.

"Zu verdanken haben wir dies dem unermüdlichen Einsatz aller Spenderdateien, die regelmäßig Typisierungsaktionen durchführen, um so neue Spender zu werben." Fast 5,8 Millionen Spender seien mittlerweile erfasst.

Für das Werben, Registrieren und Typisieren neuer Spender sind in Deutschland 27 Spenderdateien zuständig, darunter als größte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen.

Das ZKRD startet und koordiniert die Suche nach Blutstammzellspendern.

Es gleicht die Daten täglich mit denen von Leukämie-Patienten aus dem In- und Ausland ab. Rund 27.000 Anfragen pro Jahr würden so bearbeitet, hieß es.

In 80 Prozent der Fälle ist die Suche erfolgreich

In mehr als 80 Prozent der Fälle ende die Suche erfolgreich - und das meist innerhalb von maximal zwei Monaten.

Die DKMS verzeichnete in diesem Jahr einen Zugang von mehr als einer halben Million neuer Spender. Erstmals waren die Tübinger mit einer Registrierungsaktion beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air.

Dort ließen sich an vier Tagen 2717 Freiwillige in die Spenderdatei aufnehmen, darunter den Angaben zufolge auch Prominente wie Comedian Bülent Ceylan und Sängerin Doro Pesch.

Der DKMS-Verbund, der auch Teilorganisationen in Spanien, Polen, Großbritannien und den USA umfasst, verzeichnete 2014 mehr als eine Million neue Spender.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) starben im Jahr 2010 rund 3940 Männer und 3300 Frauen an Leukämie. Für das Jahr 2014 wurden mehr als 12.000 Neuerkrankungen erwartet. (dpa)

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