Ärzte Zeitung, 13.10.2009

Ärzte verschreiben weniger Antibiotika für Kinder

HANNOVER (cben). Ärzte haben Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren weniger Antibiotika verschrieben. Das hat eine aktuelle Versichertenanalyse der KKH-Allianz zum Arzneimittelverbrauch bei Kindern ergeben. Demnach ist der Verbrauch der verordneten Packungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zwischen 2005 und 2008 um 16 Prozent gesunken, teilte die KKH-Allianz mit.

"Diese Entwicklung ist erfreulich und zeigt, dass bei den Ärzten ein Umdenken stattgefunden hat", sagt Dr. Peter Moormann, Apotheker bei der KKH-Allianz. In der Vergangenheit hatten Experten kritisiert, dass Kinder zu oft und zu viele Antibiotika erhielten.

Hinzu komme, dass bei den überwiegend viral bedingten Infektionen der oberen Atemwege Antibiotika wirkungslos sind. Zudem steige die Gefahr von Resistenzen, hieß es. Rund 235 000 Packungen Antibiotika wurden im vergangenen Jahr an bei der KKH-Allianz versicherte Kinder und Jugendliche in Apotheken abgegeben. Damit sind Antibiotika nach klassischen Erkältungsmitteln wie Nasensprays und Hustensäften die am meisten verordneten Arzneimittel für Kinder und Jugendliche, so die Kasse.

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